29
Nov

Alte Stallungen zu Partyräumen machen

Wer solche Räumlichkeiten nach dem Einzug nicht wieder ihrer ursprünglichen Verwendung zuführen möchte, findet darin eine grandiose Möglichkeit, einen Raum für Feiern aufzubauen.

Denn: Hierin kann immer alles einsatzbereit sein und gibt es keinen Zwang, nach einer Feier sofort wieder „Klar Schiff“ machen zu müssen – ganz anders, als wenn in Wohnräumen gefeiert wird. Obendrein stören hier die typischen Dünste und Gerüche feuchtfröhlicher Feiern nicht so. Allerdings braucht es etwas Arbeit, um Stallungen für diesen Zweck umzuarbeiten. Neben den Standards wie Elektrik, Türen und Fenstern gehören hierzu vor allem folgende Dinge.

 

1. Genehmigung beantragen

Eine Stallung wurde einst für diese Nutzung genehmigt. Das heißt, wenn daraus künftig ein für menschliche Zwecke gedachter Raum werden soll, handelt es sich rechtlich um eine Umnutzung. Diese muss genehmigt werden, bevor die Arbeiten beginnen. Andernfalls kann es passieren, dass die Nutzung untersagt wird oder sogar ein Rückbau bei Androhung von hohen Strafzahlungen gefordert wird.

 

2. Sehr gründlich reinigen

Moderne Stallungen sind häufig gefliest, Beton und Putz sind beschichtet und es kann nichts dort eindringen. Bei alten Gehöften sieht es meist völlig anders aus. Hier sind die Hinterlassenschaften der Tiere über die Jahrzehnte oft tief in Böden und das Mauerwerk eingedrungen. Deshalb ist es durchaus möglich, dass spätestens bei einer Erwärmung unangenehme Gerüche hervortreten.

Der Umbau zu einem Partyraum sollte deshalb damit beginnen, den Putz von den Wänden zu entfernen und am besten auch Betonböden – sofern vorhanden – professionell abschleifen zu lassen; für Laien ist dies ein sehr schwieriger Job. Besteht der Stallboden hingegen aus Naturboden oder Pflastersteinen, muss Estrich gegossen werden. Hernach sollten Wände und Decken versiegelt werden, dies jedoch bitte nach Rücksprache mit einem Spezialisten, damit keine Feuchtigkeitsprobleme auftreten.

 

3. Eine tragfähige Beheizungsmöglichkeit integrieren

Ein angenehm kühler Partyraum mag an heißen Sommertagen ideal sein. Wer darin jedoch auch Silvester und andere Feiern im Winterhalbjahr begehen möchte, wird nicht umhinkommen, die Räumlichkeiten auf angenehme Temperaturen zu bringen.

Allerdings muss eruiert werden, wie geheizt werden soll:

  1. Sofern die Stallung direkt an das Hauptgebäude angrenzt, dürfte es die vernünftigste Lösung sein, von dort eine Abzweigung der Zentralheizung zu ziehen. Selbst wenn per Wärmepumpe geheizt wird, sollte es kein Problem sein, wenn in diesem Raum damit ein günstiger Heizkörper betrieben wird, keine Fußbodenheizung.
  2. In anderen Fällen, oder wenn die Anbindung an die Zentralheizung zu teuer wäre, ist ein Kaminofen eine gute Option. Da der Partyraum meist nicht täglich genutzt wird, kann so von Fall zu Fall schnell Wärme erzeugt werden.

Letzteres bietet sich zudem besonders an, wenn ein solcher Ofen bequem an einen bestehenden Schornstein angeschlossen werden könnte. Hier sollte aber unbedingt vor dem Kauf mit dem am Wohnort zuständigen bevollmächtigen Bezirksschornsteinfeger Rücksprache gehalten werden – auch weil dieser mitunter weitere bauliche Maßnahmen vorschreiben kann, bevor eine Abnahme erfolgt, ohne die der Ofen nicht betrieben werden darf.

 

4. Den Außenbereich mit einbeziehen

Wenn es innen warm sein kann, ist das sehr gut. Allerdings gibt es vielleicht auch Feiern bei Wetterlagen, zu denen niemand in einem geschlossenen Raum sitzen möchte. Für solche Fälle bietet es sich dringend an, das unmittelbare Vorfeld der Stallung ebenfalls konstruktiv einzubeziehen.  

Das bedeutet zunächst, dass es dort einen als Terrasse ausgelegten Boden geben sollte. Ob dieser aus gegossenem Beton besteht, gepflastert ist oder in Form einer Holzbohlenterrasse errichtet wird, kommt auf die örtlichen Gegebenheiten und den Baustil an.

Zudem sollte das Areal darüber einbezogen werden. Das heißt, es wird eine stilistisch passende Überdeckung in Form eines Terrassendachs benötigt. Dessen Deckung sollte transparent sein, sich aber gegen starke Sonneneinstrahlung mit einer beweglichen Markise schützen lassen.

 

5. Unbedingt einen Tresen errichten

Ein Partyraum ist natürlich keine Kneipe. Es werden bei Benutzung wahrscheinlich alle gleichermaßen an Tischen sitzen. Dennoch sollte dieser Ort keinesfalls auf eine Theke beziehungsweise einen Tresen verzichten. Der Grund? Ordnung.

  1. Ein oder zwei Kühlschränke für Getränke und Speisen,
  2. leere und volle Getränkekisten,
  3. Gläser, Teller, Besteck,
  4. vielleicht eine Zapfanlage,
  5. die unvermeidliche Musikanlage und
  6. Arbeitsflächen zum Abspülen

lassen sich hier ebenso zusammengefasst unterbringen, wie der Tresen obendrein eine wertvolle Zweitfunktion als Anrichte für ein Büffet hat. Es muss ja nicht im Betrieb dauernd jemand dahinterstehen und den Wirt geben. Doch auch so hat ein Tresen nur Vorteile – und stehen davor einige Barhocker, wird er im Handumdrehen zum Ort für kleinere Feiern oder gemütliche Feierabend-Runden.

Zumal ein Tresen nicht wirklich schwierig zu bauen ist. Im Zweifelsfall genügt es vollkommen, ein halbhohes Holzregalsystem aus dem Einrichtungshaus mit einer Arbeitsplatte und einer äußeren Verkleidung zu versehen.

 

6. Auf Pflegeleichtigkeit und Gemütlichkeit achten

Bei Feiern kann es hoch hergehen. Es fallen Gläser um, vielleicht geht etwas zu Bruch. Derartiges dürfte jeder kennen. Im eigenen Partyraum des Bauernhofs sollten solche Malheure jedoch nicht dazu führen, dass die Einrichtung ernsthaften Schaden nimmt oder die Reinigung unnötig Arbeit verursacht.

Folgendes hat sich nicht nur diesbezüglich bewährt, sondern hilft obendrein dabei diesem Raum einen urig-gemütlichen Touch zu verleihen:

  1. Die Wände können ganz oder halbhoch getäfelt werden. In letzterem Fall bietet es sich an, obendrauf schmale Bretter zu installieren. Dann kann der Partyraum selbst bei sehr großer Gästezahl dort Abstellflächen für Gläser bieten. Diese Täfelung sollte mit einer wasserabweisenden Lasur für den Innenbereich gestrichen werden. Tipp: Als Grundlage eignen sich nicht nur Nut/Feder-Bretter, sondern auch größere Tafeln aus Leimholz.
  2. Falls Teile der Wand ohne Täfelung verbleiben, genügt Putz mit einem abwaschbaren Anstrich. Für einen typischen „Irish Pub Look“ sollte es Weiß sein, wobei dann die Vertäfelung dunkel sein sollte.
  3. Falls es nur einen Estrichboden gibt, so gibt es eigentlich keinen Grund, dies zu ändern. Es existieren genügend verschiedenfarbige Versiegelungen („Garagenbodenfarbe“). Sie sorgen für den richtigen Farbton. Außerdem kann der Boden von nichts beschädigt, und sowohl mit Besen als auch Wischmopp gereinigt werden

Wer sich weiter inspirieren lassen möchte, sollte einfach ein seinem Geschmack entsprechendes Pub oder eine Kneipe aufsuchen. Dort wird nur selten von einer ähnlichen Vorgehensweise abgewichen.

 

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