18
Jul

Energieausweis – vom Bauernhaus bis hin zum Bürokomplex

Um den energetischen Zustand eines Gebäudes zu bewerten, schreibt die neue Energiesparverordnung seit 2014 einen Energieausweis vor. Hier sind allgemeine Angaben zu finden, die über die Energieträger sowie (bei neuen Ausweisen) über die Energieeffizienzklasse informieren. Ob Sie einen Energieausweis benötigen und welcher Ausweis für Sie der Richtige ist, erfahren Sie nachfolgend.

 

Wer benötigt einen Energieausweis?

Wird ein Gebäude neu gebaut, ist ein Energieausweis Pflicht. Das gilt auch, wenn es zu umfassenden Sanierungen kommt. Auch beim Verkauf eines Hauses sowie der Vermietung werden heutzutage in den meisten Fällen Energieausweise nötig. Übrigens gelten diese Vorschriften auch für das Bauernhaus, Landhaus, einen Bauernhof und weitere Gebäude-Arten. Einzig unter Denkmalschutz stehende Immobilien können von der Verpflichtung eines Energieausweises befreit werden.

Die Kosten, die ein Vermieter für die Erstellung eines Energieausweises aufbringen muss, dürfen bei der Vermietung allerdings nicht auf den Mieter umgelegt werden. Auch beim Verkauf gehen die Kosten der Erstellung zu Lasten des Eigentümers, der sich um die Bereitstellung des Ausweises kümmern muss.

 

Verschiedene Energieausweis-Arten in der Übersicht

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen, bei denen sich die Berechnung der Energiekennwerte unterscheiden.

Bedarfsausweis: Bei dieser Ausweis-Form erfolgt die Ermittlung aufgrund des berechneten Energiebedarfs.

Verbrauchsausweis: Dieser Ausweis ermittelt den gemessenen Energieverbrauch.

Umso höher Ihr Kennwert auf dem Energieausweis ausfällt, umso schlechter kann der energetische Zustand Ihres Gebäudes bezeichnet werden. Durch Vergleiche mit weiteren, typischen Gebäuden (z.B. ein anderes Bauernhaus, Mehrfamilienhaus, Landhaus, ein Bauernhof etc.) ergibt sich dadurch eine Einstufung.

 

Welchen Energieausweis benötigen Sie?

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis? Nicht immer ist es eindeutig, welcher Ausweis für Ihr Gebäude sinnvoll oder sogar vorgeschrieben ist. Wir klären auf.

Wohngebäude mit mehr als vier Wohneinheiten: Sie können frei zwischen dem Bedarfs- und Verbrauchsausweis wählen.

Wohngebäude mit bis zu vier Wohneinheiten die auf Basis der Wärmeschutzverordnung 1977 errichtet oder saniert wurden: Sie haben ebenfalls die Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis.

Für Eigentümer mit Wohngebäuden (bis zu vier Wohneinheiten), deren energetischer Standard der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 nicht standhält, gilt lediglich der Bedarfsausweis.

 

Energieausweis in speziellen Sonderfällen

Ob Mehrfamilienhaus, Bauernhof, Bauernhaus oder Landhaus – bei einigen Gebäude-Varianten bestehen Sonderfälle, wieder andere Gebäude unterliegen der klassischen Regelung zum Energieausweis. Nachfolgend erfahren Sie mehr über gängige Sonderfälle und deren Vorgaben.

Wenn Sie beispielsweise über ein Gebäude verfügen, welches nicht zu Wohnzwecken dient, wird ein Energieausweis für Nichtwohngebäude benötigt. Dies ist beispielsweise bei Einkaufszentren, Büroräumen und auch Verwaltungsgebäuden der Fall. In diesen speziellen Energieausweisen ist auch der Energiebedarf von Klimaanlagen sowie Lüftungsanlagen angegeben. Auch die Gebäude-Beleuchtung fließt mit in den Energiekennwert ein, da dies rein energetisch bei derartigen Gebäuden einen Großteil ausmacht.

Eine Sonderregelung gibt es auch bei Gebäuden und Wohnungen, die sowohl privat als auch gewerblich genutzt werden. Hierfür ist eine separate Prüfung ratsam, da unter Umständen zwei getrennte Energieausweise erforderlich sind.

 

Ausnahmen von der Verpflichtung eines Energieausweises

Wo es eine Pflicht gibt, gibt es meist auch Ausnahmen von dieser Verpflichtung. Diese regelt der § 1, Abs. 3 der EnEV

  1. Betriebsgebäude, die überwiegend zur Aufzucht oder zur Haltung von Tieren genutzt werden,
  2. Betriebsgebäude, soweit sie nach ihrem Verwendungszweck großflächig und lang anhaltend offen gehalten werden müssen,
  3. unterirdische Bauten,
  4. Unterglasanlagen und Kulturräume für Aufzucht, Vermehrung und Verkauf von Pflanzen,
  5. Traglufthallen und Zelte,
  6. Gebäude, die dazu bestimmt sind, wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden, und provisorische Gebäude mit einer geplanten Nutzungsdauer von bis zu zwei Jahren,
  7. Gebäude, die dem Gottesdienst oder anderen religiösen Zwecken gewidmet sind,
  8. Wohngebäude, die für eine Nutzungsdauer von weniger als vier Monaten jährlich bestimmt sind oder für eine begrenzte jährliche Nutzungsdauer bestimmt sind, wenn der zu erwartende Energieverbrauch der Wohngebäude weniger als 25 Prozent des zu erwartenden Energieverbrauchs bei ganzjähriger Nutzung beträgt, und
  9. Sonstige handwerkliche, landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Betriebsgebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung auf eine Innentemperatur von weniger als 12 Grad Celsius oder jährlich weniger als vier Monate beheizt sowie jährlich weniger als zwei Monate gekühlt werden.
  10. Kleine Gebäude, die über nicht mehr als 50 Quadratmeter Nutzfläche verfügen
  11. Denkmalgeschützte Immobilie

 

Die Pflichtangaben des Energieausweises in Immobilienanzeigen

  1. Um welche Art des Energieausweises es sich handelt (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis)
  2. Die Angaben zu den Werten des Energiebedarfs- bzw. verbrauchs
  3. Die Angabe zu dem wesentlichen Energieträger des Energieausweises (z.B. Öl, Gas, Holz..)
  4. Bei Wohnimmobilien das im Energieausweis genannte Baujahr - sofern vorhanden
  5. Die Energieeffizienzklasse - sofern vorhanden

 

 

permanent aktivieren

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie auf einen Button klicken, wird dieser aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Facebook, Twitter, Google+ oder Xing senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen. Weitere Informationen und Einstellungsmöglichkeiten erhalten Sie durch einen Klick auf i bzw. die Optionen.



Kommentare zu diesem Beitrag

Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

* *