Gutshof kaufen oder pachten im Raum Hollabrunn – für Menschen, die einen alten Hof mit neuem Leben füllen möchten

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Für Menschen, die sich wünschen, dass Familie, Freunde und eigene Projekte unter mehreren Dächern zusammengehören

Einen Gutshof kaufen oder pachten im Raum Hollabrunn heißt, Wohnhaus, Hof, Wirtschaftsgebäude und häufig auch Land als zusammengehörige Einheit zu übernehmen. Von Retz und dem Pulkautal über Hollabrunn bis ins Schmidatal liegt der regionale Hintergrund in einer Landschaft, die seit Jahrhunderten von Ackerbau, Weinbau und größeren Wirtschaftshöfen geprägt ist. Gesucht wird ein Ort, an dem Wohnen, Arbeiten und das Leben auf dem Hof wieder selbstverständlich zusammengehören können.

Hinter dem Tor beginnt nicht einfach ein großes Grundstück. Zuerst öffnet sich ein Hof, an dessen Seiten verschiedene Gebäude ihre eigenen Aufgaben haben. Im Wohnhaus findet der private Alltag statt, gegenüber bieten ehemalige Stallungen, Speicher, Werkstätten oder Scheunen Raum für Dinge, die in einem normalen Wohnhaus keinen Platz hätten. Hinter der Anlage können Garten, Weingarten, Acker oder Wiese anschließen.

Ein Gutshof ist eine historisch gewachsene größere Hofanlage, in der Wohn- oder Gutshaus, Wirtschaftsgebäude, Hof und häufig zugehörige land- oder forstwirtschaftliche Flächen eine gemeinsame Guts- und Wirtschaftseinheit bildeten. Wohnen, Verwaltung, Lagerung und Bewirtschaftung waren räumlich miteinander verbunden. Heute müssen die früheren Flächen nicht mehr vollständig vorhanden sein oder selbst bewirtschaftet werden. Entscheidend ist, dass die Geschichte und der Zusammenhang der größeren Anlage noch erkennbar sind.

Damit unterscheidet sich der Gutshof vom Gutshaus, bei dem vor allem das größere Wohngebäude im Mittelpunkt steht. Ein Bauernhof ist meist enger mit einem bäuerlichen Familienbetrieb und der laufenden Landwirtschaft verbunden. Ein ehemaliger Bauernhof kann Wohnhaus, Stall und Scheune besitzen, ohne ursprünglich Teil einer umfassenderen Gutswirtschaft gewesen zu sein. Auch ein Drei- oder Vierseithof beschreibt zunächst die bauliche Anordnung und nicht automatisch die frühere wirtschaftliche Stellung.

Der Wunsch nach einem Gutshof entsteht deshalb nicht allein aus der Wohnfläche. Es geht um ein Ganzes, in dem unterschiedliche Teile wieder sinnvoll zusammenfinden dürfen. Eine Person arbeitet in einem Nebengebäude, eine andere erledigt im Wohnhaus ihre Dinge, und am späteren Nachmittag treffen sich beide im Hof. Freunde wissen mit der Zeit, welche Tür zum privaten Wohnbereich führt und wo jemand gerade beschäftigt ist. Nähe entsteht, ohne dass alle ständig im selben Raum sein müssen.

Manche Menschen möchten einen Gutshof wieder landwirtschaftlich führen. Andere verpachten die Flächen weiter, halten einige Tiere, nutzen eine Scheune für Handwerk oder schaffen getrennte Bereiche für Familie und Arbeit. Seine neue Aufgabe darf ruhig und privat bleiben. Der Gutshof muss seine Größe nicht vorführen, sondern kann dem Alltag einfach mehr Möglichkeiten geben.

 

Markt & Besonderheiten

AngebotslageGutshöfe sind im Raum Hollabrunn selten und werden nicht immer unter dieser Bezeichnung angeboten. Auch Begriffe wie Gut, historische Hofanlage, größerer Wirtschaftshof oder Anwesen mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden können zur Suche führen.
PreisspannenVergleichbare Gutshöfe in Österreich werden derzeit für rund 800.000 bis 1.850.000 EUR angeboten. Ob Wohnhaus, Nebengebäude und Land bereits gut nutzbar sind oder erst wieder hergerichtet werden müssen, macht beim Preis viel aus.
GebäudeensembleWohnhaus, Hofraum, Stallungen, Scheunen, Speicher, Remisen oder Werkstätten können eine zusammenhängende Anlage bilden. Nicht jedes Gebäude muss noch seiner früheren Aufgabe dienen, doch Wege und Zugänge sollten zur geplanten Nutzung passen.
Grund und FlächenZum Angebot können Garten, Weingarten, Acker, Wiese oder Wald gehören. Wichtig ist, ob die Flächen direkt am Hof liegen, in mehreren Grundstücken verteilt oder bereits verpachtet sind.
NutzungsmöglichkeitenEin Gutshof kann Wohnen, Landwirtschaft, Tierhaltung, Handwerk, Lager, eigene Arbeitsräume oder mehrere private Bereiche miteinander verbinden. Welche Nutzung möglich ist, richtet sich nach Bestand, Widmung, Genehmigungen und Flächenumfang.
BesonderheitenBei größeren Hofanlagen zählen nicht nur Quadratmeter. Der Zusammenhang der Gebäude, der Zustand jedes Traktes, Zufahrten, Wasser, Leitungsrechte und die Bewirtschaftbarkeit des Landes bestimmen, wie gut der Hof im Alltag funktioniert.
Regionale EinordnungDer Raum Hollabrunn gehört zum westlichen Weinviertel. Ackerbau, Weinbau, tiefe Grundstücke und die bis heute sichtbare Gutstradition im Pulkautal geben größeren historischen Hofanlagen einen nachvollziehbaren regionalen Hintergrund.

 

Regionale Architektur & Bauweisen

Im Raum Hollabrunn treffen unterschiedliche Landschaftsräume und Ortsbilder aufeinander. Rund um Retz und im Pulkautal gehören Weingärten, Felder, Kellergassen und langgezogene Dörfer zum vertrauten Bild. Richtung Hollabrunn und Schmidatal prägen ebenfalls Ackerflächen, Weinbauorte und gewachsene Hofstellen die Umgebung. Ein Gutshof kann sich in eine solche Ortsstruktur einfügen oder etwas zurückgesetzt am Rand eines Dorfes liegen.

Auch größere historische Hofanlagen können hinter einer geschlossenen Straßenfront beginnen. Ein breites Tor führt von der Gasse in den Hof, ohne von außen bereits die ganze Anlage zu zeigen. Erst nach der Einfahrt werden die verschiedenen Gebäudeseiten sichtbar. Der Wohntrakt kann zur Straße oder zum Hof ausgerichtet sein, während sich Wirtschaftsgebäude weit in das Grundstück hineinziehen.

Andere Gutshöfe liegen freier. Dort bestimmen Zufahrt, Hofraum und die Verbindung zu den Flächen das Bild. Ein Wagen, eine Maschine oder ein Lieferfahrzeug muss wenden können, ohne dass jeder Weg unmittelbar am privaten Hauseingang vorbeiführt. Gleichzeitig sollte der Hof kein leerer Verkehrsplatz bleiben. Eine geschützte Seite kann zum täglichen Aufenthaltsort werden, während andere Bereiche bewusst für die Bewirtschaftung frei bleiben.

Die Gebäude zeigen häufig mehrere Bauphasen. Verputztes Mauerwerk steht neben sichtbaren Ziegeln, ein älteres Gewölbe neben einem später erweiterten Wirtschaftsraum. Wohnräume, frühere Kanzlei- oder Verwaltungszimmer, Kammern, Stallungen und Speicher unterscheiden sich in Höhe, Licht und Konstruktion. Diese Verschiedenheit gehört zum Gutshof. Sie macht aber auch deutlich, dass nicht jeder Trakt ohne Weiteres zum Wohnen geeignet ist.

Im Wohnhaus können hohe Räume, Holzböden, Kastenfenster, alte Türen oder eine breite Stiege erhalten sein. In den Wirtschaftsgebäuden zählen dagegen Spannweite, Boden, Belichtung, Torhöhen und trockene Lagerbereiche. Ein schöner Innenhof ersetzt keine funktionierende Dachfläche. Umgekehrt muss ein schlichter Wirtschaftstrakt nicht weniger wertvoll sein, wenn er genau den Platz bietet, der für Werkstatt, Geräte, Vorräte oder Tiere gebraucht wird.

Die regionalen Böden und das eher trockene Klima des Weinviertels prägen auch die Freiräume. An einer sonnigen Mauer kann ein geschützter Gartenbereich entstehen, während alte Bäume Schatten in den Hof bringen. Hinter dem Gebäude beginnt vielleicht ein Weg zwischen Feldern oder Weingärten. Der Reiz liegt nicht darin, Landschaft nur anzuschauen. Sie gehört über Wege, Flächen und tägliche Abläufe zum Hof.

Am Morgen öffnet jemand das Tor zum Wirtschaftsgebäude, während im Wohnhaus bereits ein Fenster offensteht. Später wird etwas über den Hof getragen, ein Fahrzeug fährt hinaus, und vor dem Wohntrakt bleibt trotzdem Platz für eine ruhige Tasse Kaffee. Solche gleichzeitigen Abläufe zeigen, ob eine Anlage gut gegliedert ist. Mehrere Gebäude sollen Freiheit schaffen, nicht ständig neue Umwege.

Auch bei einer behutsamen Erneuerung darf diese Ordnung erhalten bleiben. Neue Haustechnik, Bäder, Dämmung oder eine andere Nutzung einzelner Räume können notwendig sein. Entscheidend ist, dass Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude und Hof nicht zu beliebigen Einzelteilen werden. Der Gutshof gewinnt, wenn seine historische Struktur verständlich bleibt und zugleich wieder praktisch genutzt werden kann.

 

Historische Nutzung & Tradition

Gutshöfe entstanden als größere wirtschaftliche Einheiten. Zum Wohnen kamen Verwaltung, Lagerung, Tierhaltung, Ackerbau, Weinbau oder Forstwirtschaft. Gebäude und Flächen waren nicht zufällig nebeneinander angeordnet, sondern dienten gemeinsamen Abläufen. Im Hof kamen Menschen, Tiere, Ernte, Geräte und Fuhrwerke zusammen, bevor sich ihre Wege auf die einzelnen Trakte verteilten.

Im westlichen Weinviertel gehören Landwirtschaft und Weinbau seit Jahrhunderten zur Entwicklung der Orte. Die Geschichte Hollabrunns ist eng mit dem Weinbau verbunden, während im Pulkautal bis heute größere Gutsbetriebe mit Feld-, Wein- und teilweise Forstwirtschaft bestehen. Das bedeutet nicht, dass jede größere Hofanlage dort ein Gutshof war. Es erklärt jedoch, warum die Objektart in dieser Region einen glaubwürdigen historischen und wirtschaftlichen Hintergrund besitzt.

Ein Gutshof unterschied sich von kleineren Höfen nicht nur durch Fläche. Häufig mussten Arbeitsabläufe für mehrere Gebäude, Beschäftigte und Flurstücke organisiert werden. Vorräte wurden gelagert, Erträge erfasst, Tiere versorgt und Arbeiten auf den Feldern vorbereitet. Das Wohngebäude war Teil dieser Ordnung, auch wenn es sich architektonisch von den Wirtschaftsgebäuden abhob.

Im Laufe der Zeit veränderten sich viele Anlagen. Flächen wurden geteilt, verkauft oder zusätzlich gepachtet. Stallungen verloren ihre ursprüngliche Aufgabe, Maschinen brauchten andere Zufahrten, und Wohnbereiche wurden modernisiert. Deshalb lässt sich die Geschichte eines Gutshofes heute nicht allein an einem großen Tor oder einem repräsentativen Haus erkennen. Grundbücher, Bauunterlagen, alte Pläne und die Stellung der Gebäude zueinander erzählen meist mehr.

Manche Höfe sind weiterhin wirtschaftlich aktiv. Bei anderen werden die Flächen von benachbarten Betrieben bewirtschaftet, während die Eigentümer im Wohnhaus leben und einzelne Nebengebäude selbst nutzen. Auch das kann eine stimmige Fortsetzung sein. Der Hof bleibt mit dem Land verbunden, ohne dass seine Bewohner jede frühere Aufgabe wieder aufnehmen müssen.

Neue Nutzungen sollten deshalb nicht wie ein fremdes Programm über die Anlage gelegt werden. Eine Werkstatt passt vielleicht in ein Gebäude, das schon immer für Arbeit bestimmt war. Ein eigener Wohnbereich kann dort entstehen, wo ausreichend Licht und eine zulässige Nutzung vorhanden sind. Tiere finden ihren Platz nicht in einer romantischen Vorstellung, sondern dort, wo Stall, Auslauf, Wasser und Futterwege tatsächlich zusammenpassen.

Mit der Zeit entwickelt sich eine neue Ordnung. Werkzeuge hängen wieder an einem festen Platz, ein Raum bleibt für Vorräte, und jemand weiß genau, welche Tür bei Wind geschlossen werden muss. Freunde, Familie oder Menschen, die auf dem Hof mitarbeiten, lernen diese Wege kennen. Die Geschichte bleibt im Gebäude sichtbar, während der Alltag nicht mehr nach früheren Regeln funktionieren muss.

 

Kaufaspekte & Tipps

Beim Kauf eines Gutshofes muss zuerst geklärt werden, was tatsächlich zum Angebot gehört. Wohnhaus, Nebengebäude und Hoffläche können auf verschiedenen Grundstücken liegen. Acker, Weingarten, Wiese oder Wald sind möglicherweise arrondiert, über mehrere Katastralgemeinden verteilt oder bereits verpachtet. Ein Lageplan sollte deshalb nicht nur Flächen nennen, sondern ihren praktischen Zusammenhang zeigen.

Jeder Gebäudeteil braucht eine eigene Zustandsprüfung. Dach, Tragwerk, Mauerwerk, Feuchtigkeit, Fundamente und Entwässerung können sich zwischen Wohnhaus, Stall und Scheune stark unterscheiden. Ebenso wichtig sind Stromversorgung, Wasser, Abwasser, Heizung und Brandschutz. Ein nutzbares Wohnhaus bedeutet nicht automatisch, dass auch alle Wirtschaftsgebäude ohne größere Arbeiten verwendet werden können.

Die vorgesehene Nutzung gehört früh mit der bestehenden Widmung und den Genehmigungen abgeglichen. Landwirtschaft, Tierhaltung, Werkstatt, zusätzliche Wohnungen oder Kundenverkehr stellen unterschiedliche Anforderungen. Frühere Nutzungen sind kein sicherer Beleg dafür, dass sie heute unverändert fortgeführt oder wieder aufgenommen werden dürfen.

Bei land- oder forstwirtschaftlichen Grundstücken kann in Niederösterreich das Grundverkehrsrecht eine Rolle spielen. Das gilt auch dann, wenn das Wohnhaus den ersten Eindruck bestimmt. Wer Flächen nicht selbst bewirtschaften möchte, sollte bestehende Pachtverhältnisse, Laufzeiten, Zufahrten und die künftige Pflege prüfen. Land darf nicht nur als schöne Kulisse mitgerechnet werden.

Auch Rechte und Lasten können den Hofalltag prägen. Fahrrechte, Leitungen, Brunnen, Wasserentnahme, gemeinsame Zufahrten oder Wege über fremde Grundstücke müssen nachvollziehbar sein. Bei großen Dächern und mehreren Gebäuden zählen außerdem laufende Erhaltung, Versicherung und Rücklagen. Die Kaufentscheidung sollte deshalb nicht allein vom Wohnhaus ausgehen.

Wer einen Gutshof pachtet, braucht eine genaue Beschreibung der überlassenen Gebäude, Flächen und Einrichtungen. Ebenso wichtig sind Laufzeit, Erhaltungspflichten, Versicherungen und der Umgang mit eigenen Investitionen. Soll ein Wirtschaftsgebäude hergerichtet oder eine Fläche anders genutzt werden, gehört vorher geklärt, was erlaubt ist und was bei Vertragsende damit geschieht.

Ein guter Rundgang folgt den späteren Wegen. Wie gelangt man vom Wohnhaus zu Werkstatt, Stall oder Lager? Wo kommen Fahrzeuge an? Welche Türen werden täglich gebraucht, und welche Gebäudeteile können zunächst geschlossen bleiben? So zeigt sich, ob die Größe des Hofes tatsächlich Freiheit bringt oder vor allem zusätzliche Arbeit erzeugt.

Am Ende sollte ein realistischer Plan stehen, der nicht alles gleichzeitig verlangt. Vielleicht ist das Wohnhaus bereits nutzbar, während zunächst nur ein Nebengebäude eine neue Aufgabe bekommt. Andere Bereiche können später folgen. Ein Gutshof darf über Jahre wachsen, solange Dach, Wasser, Sicherheit und die wichtigsten Wege von Anfang an verlässlich sind.

 

Für wen geeignet und warum?

Ein Gutshof im Raum Hollabrunn passt zu Menschen, die nicht nur mehr Wohnfläche, sondern einen größeren Zusammenhang suchen. Sie möchten vielleicht privat wohnen und trotzdem Platz für Arbeit, Tiere, Vorräte, Fahrzeuge oder eigene Ideen haben. Andere wünschen sich mehrere Wohnbereiche, ohne das gemeinsame Grundstück aufzugeben. Wieder andere möchten eine bestehende landwirtschaftliche Nutzung fortführen oder Flächen langfristig verpachten.

Für Familien kann das Ensemble unterschiedliche Lebensphasen aufnehmen. Kinder nutzen zunächst Hof und Garten, später wird ein bisher wenig genutzter Trakt vielleicht für eigene Interessen wichtig. Erwachsene brauchen nicht jeden Raum gemeinsam. Trotzdem begegnet man sich zwischen Wohnhaus, Garten und Nebengebäude immer wieder, ohne dafür etwas verabreden zu müssen.

Auch Paare oder einzelne Menschen können einen Gutshof bewusst wählen. Nicht jedes Gebäude muss sofort ausgebaut oder dauerhaft geöffnet sein. Ein überschaubarer Wohnbereich kann den Mittelpunkt bilden, während ein anderer Trakt Platz für Arbeit, Sammlung, Fahrzeuge oder ein langfristiges Vorhaben bietet. Entscheidend ist nicht die Zahl der Bewohner, sondern ob die Anlage zu ihren wirklichen Plänen passt.

Menschen mit Tieren finden möglicherweise vorhandene Stallungen und Flächen. Ob daraus eine passende Haltung entsteht, hängt von Wasser, Auslauf, Futterlager, Mistlagerung und den örtlichen Voraussetzungen ab. Ein alter Stall allein erfüllt diesen Wunsch noch nicht. Wenn die Abläufe stimmen, kann Tierhaltung jedoch wieder selbstverständlich zum Hofleben gehören.

Wer handwerklich oder selbstständig arbeitet, schätzt die Trennung zwischen privatem Haus und eigenem Arbeitsbereich. Im Nebengebäude darf etwas liegen bleiben, ohne abends den Wohnraum zu bestimmen. Ein Fahrzeug oder eine Lieferung erreicht den Hof, während im Haus Ruhe bleibt. Am Ende des Tages genügt der Weg über den Hof, um wieder zuhause zu sein.

Für mehrere Generationen können getrennte Bereiche interessant sein, sofern Grundriss, Erschließung und Genehmigungen passen. Nähe entsteht dann nicht durch gemeinsame Nutzung jedes Zimmers. Man sieht, wer gerade im Garten ist, begegnet sich im Hof oder hilft kurz in einem anderen Gebäudeteil. Gleichzeitig bleibt eine eigene Tür, hinter der jeder seinen Alltag selbst ordnen kann.

Ein Gutshof eignet sich dagegen weniger für Menschen, die vor allem ein sofort fertiges großes Wohnhaus suchen. Mehrere Dächer, Tore, Leitungen und Freiflächen verlangen Aufmerksamkeit. Wer darin jedoch nicht nur Aufwand, sondern verschiedene Möglichkeiten erkennt, kann aus der vorhandenen Anlage Schritt für Schritt einen sehr persönlichen Lebensort entwickeln.

Besonders wird dieser Ort nicht durch ständige Inszenierung. Es reicht, wenn die Gebäude wieder gebraucht werden. Im Wohnhaus wird gekocht, in einem anderen Trakt gearbeitet, draußen werden Dinge abgestellt, die später noch gebraucht werden. Gegen Abend schließen mehrere Türen. Trotzdem gehören alle zu demselben Zuhause.

 

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FAQ

Was ist ein Gutshof?
Ein Gutshof ist eine größere historisch gewachsene Anlage aus Wohn- oder Gutshaus, Hof und Wirtschaftsgebäuden. Häufig gehörten Acker, Wiesen, Weingärten oder Wald dazu. Kennzeichnend ist der frühere Zusammenhang von Wohnen, Verwaltung und Bewirtschaftung.

Was unterscheidet einen Gutshof von einem Gutshaus oder Bauernhof?
Beim Gutshof steht die gesamte Guts- und Wirtschaftsanlage im Mittelpunkt. Das Gutshaus bezeichnet vor allem das größere Wohngebäude. Ein Bauernhof ist meist enger mit einem bäuerlichen Familienbetrieb verbunden, während ein Gutshof historisch häufig umfangreichere Gebäude, Flächen und Verwaltungsaufgaben vereinte.

Was kostet ein Gutshof im Raum Hollabrunn?
Vergleichbare Gutshöfe in Österreich werden derzeit für rund 800.000 bis 1.850.000 EUR angeboten. Für den Raum Hollabrunn lässt sich wegen der seltenen Angebote keine eigene verlässliche Spanne ableiten. Gebäudezustand, Umfang und Lage der Flächen sowie bestehende Nutzungen machen beim Preis viel aus.

Kann man einen Gutshof kaufen oder pachten?
Beides ist möglich. Beim Kauf werden Gebäude und die im Vertrag genannten Grundstücke dauerhaft übernommen. Bei einer Pacht werden Hof, Gebäude und gegebenenfalls Flächen für eine vereinbarte Zeit zur Nutzung überlassen. Umfang, Erhaltung und Investitionen müssen im Pachtvertrag genau geregelt sein.

Muss ein Gutshof weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden?
Nicht jeder historische Gutshof ist heute noch ein aktiver Landwirtschaftsbetrieb. Wohnen, Handwerk, Tierhaltung oder andere Nutzungen können möglich sein. Bei landwirtschaftlichen Flächen, entsprechenden Widmungen oder bestehenden Genehmigungen sind jedoch die konkreten rechtlichen und praktischen Voraussetzungen zu beachten.

Gilt beim Kauf eines Gutshofes in Niederösterreich das Grundverkehrsrecht?
Gehören land- oder forstwirtschaftliche Grundstücke zum Gutshof, kann der Erwerb dem niederösterreichischen Grundverkehrsrecht unterliegen. Maßgeblich sind die betroffenen Flächen und die persönliche Erwerbssituation. Das sollte vor Vertragsabschluss mit den zuständigen Stellen und fachkundiger Beratung geklärt werden.

Eignet sich ein Gutshof für mehrere Generationen oder getrennte Wohnbereiche?
Eine größere Anlage kann dafür gute Voraussetzungen bieten. Entscheidend sind eigenständig erreichbare Räume, Bäder, Haustechnik, Brandschutz und die genehmigte Nutzung. Vor einem Umbau muss geprüft werden, ob weitere Wohneinheiten tatsächlich zulässig und technisch sinnvoll herstellbar sind.

Worauf sollte man bei Wirtschaftsgebäuden und Flächen besonders achten?
Bei Wirtschaftsgebäuden zählen Dach, Tragwerk, Feuchtigkeit, Böden, Torhöhen und Versorgung. Bei den Flächen sind Lage, Zufahrt, Widmung, Boden, bestehende Pachtverhältnisse sowie Rechte und Lasten wichtig. Erst zusammen zeigen diese Punkte, wie gut der Gutshof für die geplante Nutzung geeignet ist.

 

Fazit

Einen Gutshof kaufen oder pachten im Raum Hollabrunn bedeutet, mehr als ein großes Wohnhaus zu übernehmen. Wohnbereich, Hof, Wirtschaftsgebäude und Land können wieder eine Einheit bilden, die verschiedene Menschen und Tätigkeiten trägt. Die Acker- und Weinbaugeschichte des westlichen Weinviertels und die bis heute sichtbare Gutstradition im Pulkautal geben dieser Suche ihren regionalen Hintergrund.

Mit der Zeit bekommt jeder Teil des Hofes wieder seine Aufgabe. Im Wohnhaus wird gelebt, im Nebengebäude gearbeitet, hinter dem Hof beginnt der Garten oder der Weg zu den Flächen. Dazwischen liegt ein Hof, auf dem sich die Wege der Menschen treffen. Aus einer alten Wirtschaftseinheit wird so kein loses Nebeneinander, sondern wieder ein zusammengehöriger Lebensort.

 

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