Landwirtschaft kaufen oder pachten im Raum Lilienfeld – für Menschen, die Hof, Grünland und Betrieb gemeinsam weiterführen möchten
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Für Menschen, die einen Hof weiterführen und zwischen Stall, Grünland, Wald und Wohnhaus ihren eigenen Betrieb entwickeln möchten
Eine Landwirtschaft im Raum Lilienfeld zu kaufen oder zu pachten bedeutet, einen Betrieb in einer Region zu übernehmen, die wesentlich stärker von Grünland, Viehhaltung, Wald und voralpinem Gelände geprägt ist als von großflächigem Ackerbau. Zwischen Hainfeld und St. Veit an der Gölsen, Kleinzell und Lilienfeld bis nach Türnitz, Hohenberg, St. Aegyd am Neuwalde, Kernhof und Annaberg können Wohnhaus, Stallungen, Wirtschaftsgebäude, Maschinen, Vieh sowie eigene und gepachtete Flächen zu sehr unterschiedlichen landwirtschaftlichen Einheiten gehören.
Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl der Hektar. Ein Betrieb muss als Ganzes funktionieren. Der Stall braucht Futter, Maschinen brauchen Platz und Flächen müssen so erreichbar sein, dass Bewirtschaftung nicht unnötig Zeit und Kosten erzeugt.
Morgens läuft im Stall bereits die erste Arbeit, während im Wohnhaus Frühstück gemacht wird. Später fährt jemand auf eine Wiese, eine Lieferung kommt auf den Hof und am Nachmittag verändert das Wetter vielleicht den Plan für den nächsten Tag.
Genau darin liegt die Suchintention Landwirtschaft: Gesucht wird nicht nur ein Hofgebäude im Grünen, sondern eine wirtschaftliche Einheit, die jeden Morgen weitergeführt werden kann.
Markt & Besonderheiten
| Angebotslage | Vollständige landwirtschaftliche Betriebe gelangen im Bezirk Lilienfeld nur selten auf den öffentlichen Immobilienmarkt. Angebote erscheinen als Landwirtschaft, land- und forstwirtschaftlicher Betrieb, Bauernhof, Bergbauernhof oder Hofstelle mit Flächen. Bei der Einordnung zählt deshalb die betriebliche Einheit stärker als die Bezeichnung des Inserats. |
| Kleinere oder ältere Betriebe | Kleinere beziehungsweise ältere landwirtschaftliche Betriebe mit Hofstelle, Wirtschaftsgebäuden und begrenzter eigener Flächenausstattung können grob ab etwa 450.000 EUR bis 800.000 EUR beginnen. Modernisierungsbedarf und zusätzliche Pachtflächen spielen dabei eine große Rolle. |
| Gut nutzbare Betriebe | Landwirtschaften mit funktionierenden Stallungen, größerer Flächenbasis und brauchbarer betrieblicher Infrastruktur können grob zwischen etwa 800.000 EUR und 1,5 Mio. EUR liegen. |
| Große land- und forstwirtschaftliche Betriebe | Betriebe mit umfangreichen Eigentumsflächen, größerem Viehbestand, moderner Infrastruktur oder erheblichem Waldanteil können 1,5 Mio. EUR bis deutlich über 3 Mio. EUR erreichen. Der tatsächliche Wert hängt wesentlich von Flächen, Gebäuden und Betriebsausstattung ab. |
| Pacht | Bei einer Betriebspacht können Hofstelle, Stallungen, Wirtschaftsgebäude und Flächen gemeinsam übernommen werden. Maschinen, Vieh, Vorräte und weitere Betriebsmittel gehören nur dann dazu, wenn dies ausdrücklich vereinbart ist. |
| Regionale Ausrichtung | Im Raum Lilienfeld spielen Grünland, Rinderhaltung und gemischte land- und forstwirtschaftliche Betriebe eine deutlich größere Rolle als intensiver großflächiger Ackerbau. Hanglagen, Waldanteil und Höhenlage nehmen Richtung Süden und Westen des Bezirks zu. |
| Typische Bestandteile | Wohnhaus, Stallungen, Stadl, Maschinenhalle, Werkstatt, Futter- und Einstreulager, Mist- beziehungsweise Güllelager sowie eigene und gepachtete Wiesen, Weiden und gegebenenfalls Waldflächen können gemeinsam zum Betrieb gehören. |
| Besonderheiten | Bei der Übernahme sollten Eigentums- und Pachtflächen, Grundverkehr, Stallkapazität, Maschinen, Viehbestand, Förderungen, Lieferverhältnisse, Wasser, Zufahrten und der tatsächliche wirtschaftliche Zustand des Betriebes gemeinsam geprüft werden. |
Weitere vollständige landwirtschaftliche Betriebe im Bundesland finden sich unter Landwirtschaft kaufen oder pachten in Niederösterreich.
Landwirtschaft bedeutet Betrieb – nicht nur Bauernhof
Ein Bauernhof und eine Landwirtschaft können äußerlich fast gleich aussehen.
Der Unterschied liegt im Blick auf die Immobilie.
Beim Bauernhof stehen Hofstelle, Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude und Flächen als Immobilie stärker im Mittelpunkt.
Bei der Landwirtschaft wird zusätzlich gefragt, ob daraus ein funktionierender Betrieb entsteht.
Welche Tiere werden gehalten? Welche Maschinen gehören dazu? Welche Flächen befinden sich im Eigentum und welche sind gepachtet? Gibt es Lieferverträge, Förderbindungen oder bestehende betriebliche Strukturen?
Auch Vorräte, Maschinen und Vieh sind nicht automatisch Bestandteil eines Grundstückskaufes.
Wer eine Landwirtschaft übernimmt, kauft deshalb häufig mehr als Gebäude – aber nur das, was tatsächlich im Vertrag vereinbart wird.
Lilienfeld ist keine klassische Ackerbauregion
Wer aus dem Weinviertel oder Marchfeld kommt, muss Landwirtschaft im Bezirk Lilienfeld anders denken.
Große offene Ackerschläge prägen hier nicht die Landschaft.
Der Bezirk besitzt einen außergewöhnlich hohen Waldanteil. Zwischen den bewaldeten Hängen liegen Täler, Wiesen, Weiden und kleinere landwirtschaftlich nutzbare Räume.
Das begünstigt andere Betriebsformen.
Grünlandwirtschaft und Viehhaltung passen wesentlich stärker zur Region als eine Landwirtschaft, deren Wirtschaftlichkeit von großen zusammenhängenden Ackerflächen abhängt.
Auch Schafe und Ziegen können je nach Betrieb und Gelände eine Rolle spielen.
Für Käufer bedeutet das:
Ein Lilienfelder Betrieb sollte nach den Möglichkeiten dieser Landschaft beurteilt werden und nicht danach, wie viele Hektar sich mit einem großen Ackerbaubetrieb vergleichen lassen.
Das Gölsental bietet andere Voraussetzungen als die südlichen Voralpen
Innerhalb des Bezirks unterscheiden sich die landwirtschaftlichen Bedingungen deutlich.
Rund um Hainfeld, Rohrbach an der Gölsen und St. Veit an der Gölsen sind Täler und Verkehrswege vergleichsweise gut erschlossen. Flächen können leichter erreichbar sein und Lieferverkehr oder Milchabholung lassen sich häufig unkomplizierter organisieren.
Kleinzell und Ramsau bringen bereits stärkere Hanglagen hinzu.
Richtung Türnitz und Hohenberg wird die Landschaft enger und waldreicher. St. Aegyd, Kernhof und Annaberg sind noch deutlicher von Voralpen, Höhenunterschieden und Winter geprägt.
Das verändert nicht nur den Blick aus dem Wohnhaus.
Es verändert Mahdtermine, Maschinenwahl, Zufahrten und die Frage, welche Tiere und Bewirtschaftungsformen zur Lage passen.
Grünland muss zur Tierhaltung passen
Wiesen und Weiden sind im Raum Lilienfeld eine wichtige Grundlage landwirtschaftlicher Betriebe.
Die reine Fläche sagt trotzdem wenig darüber aus, wie viel Futter daraus tatsächlich gewonnen werden kann.
Hangneigung, Boden, Höhenlage, Niederschlag und Nutzungsintensität wirken zusammen.
Eine gut erreichbare Wiese nahe der Hofstelle besitzt einen anderen betrieblichen Wert als eine steile Fläche, die nur mit entsprechend geeigneter Technik bewirtschaftet werden kann.
Auch Weiden sollten nach Tierart und tatsächlicher Erreichbarkeit beurteilt werden.
Bei Rinderhaltung ist eine Fläche direkt am Stall besonders wertvoll, weil Austrieb und tägliche Kontrolle einfach bleiben.
Flächen mehrere Kilometer entfernt können ebenfalls wichtig sein.
Sie erzeugen jedoch zusätzliche Wege.
Rinderhaltung passt zur Region – der Stall muss trotzdem zum Betrieb passen
Grünland und Rinderhaltung gehören im Mostviertel eng zusammen.
Das kann Milchvieh bedeuten, Mutterkuhhaltung oder andere Formen der Rinderwirtschaft.
Bei der Übernahme eines bestehenden Betriebes sollte deshalb nicht nur nach der Zahl vorhandener Stallplätze gefragt werden.
Wie ist der Stall aufgebaut? Welche Tiergruppen können getrennt werden? Wie funktioniert Fütterung und Entmistung?
Ein älterer Anbindestall besitzt andere Entwicklungsmöglichkeiten als ein moderner Laufstall.
Auch Kälberbereiche, Krankenbuchten und Auslauf müssen zum Konzept passen.
Wer einen vorhandenen Betrieb grundlegend verändern möchte, sollte Investitionen realistisch kalkulieren.
Ein großer Stall ist nur dann ein Vorteil, wenn er zu der Tierhaltung passt, die dort künftig tatsächlich stattfinden soll.
Ein Berghof kann Landwirtschaft sein – muss es aber nicht
Im Bezirk Lilienfeld überschneiden sich die Begriffe schnell.
Ein Berghof beschreibt zunächst eine Hofstelle in entsprechender Berg- oder Höhenlage.
Wird dort ein aktiver landwirtschaftlicher Betrieb geführt, kann daraus zugleich eine Landwirtschaft beziehungsweise ein Bergbauernhof werden.
Ist die Landwirtschaft dagegen längst aufgegeben und werden Wohnhaus und Stadl nur noch privat genutzt, fehlt die betriebliche Ebene.
Für Käufer ist diese Unterscheidung wichtig.
Ein schön gelegener Hof mit einigen Wiesen ist nicht automatisch ein tragfähiger landwirtschaftlicher Betrieb.
Zur Landwirtschaft gehören Flächengrundlage, Infrastruktur, Arbeitsabläufe und ein wirtschaftliches Konzept.
Die Landschaft liefert die Rahmenbedingungen.
Den Betrieb muss der Hof selbst tragen können.
Wald kann Teil des Betriebes sein, ohne die Landwirtschaft zu ersetzen
In Lilienfeld lässt sich Landwirtschaft kaum betrachten, ohne auch über Wald zu sprechen.
Bei gemischten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben können Waldflächen einen wichtigen Teil des Eigentums und der betrieblichen Einnahmen bilden.
Sie liefern Holz und können den Betrieb wirtschaftlich breiter aufstellen.
Gleichzeitig folgt Forstwirtschaft einem anderen Rhythmus als Grünland oder Viehhaltung.
Holz wird nicht täglich produziert und geerntet.
Bestand, Altersstruktur, Erschließung und Pflegezustand entscheiden darüber, welchen Wert der Wald tatsächlich besitzt.
Wer eine Landwirtschaft mit größerem Waldanteil übernimmt, sollte deshalb beide Teile getrennt bewerten:
die landwirtschaftliche Produktion und den Forst.
Erst zusammen ergibt sich das tatsächliche Bild des Betriebes.
Eigene und gepachtete Flächen müssen auseinandergehalten werden
Viele Landwirtschaften arbeiten nicht ausschließlich auf eigenem Grund.
Pachtflächen können seit Jahren zum Betrieb gehören und für Futtergrundlage oder Weide unverzichtbar sein.
Beim Verkauf der Hofstelle gehen diese Flächen jedoch nicht automatisch auf den Käufer über.
Deshalb sollte genau aufgelistet werden, welche Grundstücke Eigentum sind und welche nur genutzt werden.
Bei Pachtflächen zählen Vertragslaufzeit, Kündigungsmöglichkeiten und bisherige Vereinbarungen.
Eine Landwirtschaft kann auf dem Papier zwanzig Hektar bewirtschaften und davon vielleicht nur acht besitzen.
Das muss kein Problem sein.
Es verändert aber den Wert und die langfristige Planung des Betriebes erheblich.
Maschinen müssen zu Hang, Flächen und Gebäuden passen
Im voralpinen Gelände ist nicht automatisch die größte Maschine die beste.
Hanglagen, schmalere Zufahrten und kleinere Flächen verlangen häufig andere Technik als großflächiger Ackerbau.
Wer einen bestehenden Maschinenpark übernimmt, sollte deshalb nicht nur den Zeitwert betrachten.
Passt die Technik zur vorhandenen Fläche?
Gibt es für Traktor und Geräte genügend Hallenhöhe, Torbreite und Rangierfläche?
Ein großer moderner Traktor hilft wenig, wenn er wichtige Zufahrten kaum passieren kann.
Umgekehrt kann passende Hangtechnik einen erheblichen betrieblichen Wert besitzen.
Maschinen und Flächen sollten deshalb immer gemeinsam beurteilt werden.
Futterlager entscheidet mit über kurze Arbeitswege
Bei viehhaltenden Betrieben muss Futter täglich zum Tier.
Darum sind Heulager, Silage und sonstige Futterbereiche keine Nebensache.
Ein Stadl direkt neben dem Stall kann viel Arbeit sparen.
Liegt das Futterlager dagegen auf der anderen Seite des Hofes und muss jeder Transport enge Bereiche passieren, summieren sich die Wege über das Jahr.
Auch Zufahrt für Ernte und Lieferverkehr gehört dazu.
Bei einem vorhandenen Fahrsilo sollten Zustand, Entwässerung und Dimensionierung zur künftigen Nutzung passen.
Ein Betrieb funktioniert im Alltag vor allem über wiederkehrende Wege.
Je kürzer und klarer diese sind, desto weniger Arbeitszeit geht verloren.
Wasser und Mist gehören zur Grundstruktur eines Viehbetriebes
Tierhaltung braucht eine zuverlässige Wasserversorgung.
Bei eigenen Quellen sollte geprüft werden, ob Menge und Qualität langfristig ausreichen. Öffentliche Anschlüsse können zusätzliche Sicherheit schaffen.
Auch Gülle beziehungsweise Festmist müssen zum Betrieb passen.
Lagerkapazitäten, baulicher Zustand und Abfuhrwege gehören deshalb zur Betriebsprüfung.
Gerade an Hanglagen sollte Oberflächenwasser nicht unkontrolliert durch Stall- und Lagerbereiche laufen.
Solche Themen sind bei der Besichtigung weniger eindrucksvoll als eine Aussicht über die Wiesen.
Für einen funktionierenden Betrieb sind sie deutlich wichtiger.
Landwirtschaft besteht zu einem großen Teil aus Dingen, die zuverlässig funktionieren müssen, obwohl sie nie auf dem schönsten Exposéfoto erscheinen.
Direktvermarktung kann ergänzen – sollte aber zum Betrieb passen
Kleinere und mittlere Betriebe suchen häufig zusätzliche Einkommensmöglichkeiten.
Direktvermarktung kann eine davon sein.
Fleisch, Milchprodukte, Eier oder andere hofeigene Erzeugnisse lassen sich unter passenden Voraussetzungen direkt an Kunden verkaufen.
Das braucht jedoch mehr als einen Tisch vor der Haustür.
Je nach Produkt kommen Verarbeitung, Kühlung, Lagerung, Hygiene und Kundenverkehr hinzu.
Auch die Lage spielt eine Rolle.
Ein gut erreichbarer Hof im Gölsental kann andere Voraussetzungen besitzen als ein abgelegener Betrieb in einem Seitental.
Für manche Höfe passt Direktvermarktung hervorragend.
Andere wirtschaften besser, wenn sie sich auf ihre eigentliche Produktion konzentrieren.
Nicht jede zusätzliche Idee verbessert automatisch den Betrieb.
Urlaub am Bauernhof kann eine Ergänzung sein – aber nicht die Landwirtschaft ersetzen
Die Landschaft des Bezirks macht touristische Nebennutzungen grundsätzlich interessant.
Annaberg, Mitterbach und andere voralpine Gemeinden ziehen Wanderer und Wintersportgäste an.
Ein landwirtschaftlicher Betrieb kann davon profitieren, wenn Gebäude, Lage und Arbeitskapazität passen.
Einige Gästezimmer oder Ferienwohnungen bringen jedoch zusätzliche Aufgaben.
Zimmer müssen gereinigt, Buchungen organisiert und Gäste betreut werden.
Gerade in arbeitsintensiven Zeiten kann das mit Landwirtschaft kollidieren.
Wer einen Betrieb übernimmt, sollte deshalb zuerst fragen, ob der landwirtschaftliche Kern funktioniert.
Tourismus kann ergänzen.
Er sollte keinen Hof schönrechnen, dessen eigentliche Produktion wirtschaftlich nicht trägt.
Familienbetrieb bedeutet gemeinsame Nähe – nicht gemeinsame Arbeit rund um die Uhr
Landwirtschaft und Familie liegen räumlich oft eng zusammen.
Das Wohnhaus steht wenige Schritte vom Stall entfernt und Arbeitszeiten folgen nicht immer einer klaren Bürouhr.
Das kann Familien verbinden.
Kinder erleben Tiere, Jahreszeiten und Arbeit unmittelbar. In intensiven Zeiten hilft jemand spontan mit und am Abend sitzt die Familie trotzdem gemeinsam am Tisch.
Gleichzeitig braucht ein moderner Familienbetrieb Grenzen.
Nicht jeder muss jede Aufgabe übernehmen und nicht jedes Familienmitglied möchte später Landwirtschaft betreiben.
Ein gutes Wohnhaus schafft deshalb auch Rückzug.
Die Nähe zum Betrieb ist wertvoll.
Sie sollte nicht bedeuten, dass Arbeit durch jede Haustür bis ins Wohnzimmer läuft.
Betriebsübergabe bedeutet mehr als Schlüssel und Grundbuch
Bei einer bestehenden Landwirtschaft steckt viel Wissen im bisherigen Betriebsleiter.
Welche Wiese trocknet nach starkem Regen zuerst? Welche Zufahrt ist mit schwerer Maschine ungünstig? Welche Tiere bleiben in welcher Gruppe ruhiger?
Solche Informationen stehen in keinem Grundbuch.
Eine geordnete Übergabe kann deshalb erheblichen Wert besitzen.
Auch Kunden-, Liefer- und Pachtbeziehungen müssen nachvollzogen werden.
Maschinen, Vieh und Vorräte sollten mit Zustand beziehungsweise Umfang aufgenommen werden, wenn sie Teil der Übergabe sind.
Am ersten Morgen nach dem Eigentumswechsel läuft der Betrieb schließlich weiter.
Die Tiere interessiert nicht, dass gestern ein Vertrag unterschrieben wurde.
Sie erwarten denselben funktionierenden Tagesablauf wie zuvor.
Kaufen oder pachten – Kapital und Planungssicherheit abwägen
Eine vollständige Landwirtschaft zu kaufen bindet viel Kapital.
Dafür entstehen Eigentum und langfristige Planungssicherheit.
Größere Investitionen in Stall, Gebäude oder Hofinfrastruktur bleiben am eigenen Betrieb.
Die Betriebspacht kann den Einstieg mit weniger Kapital ermöglichen.
Dafür wird der Vertrag selbst zu einem wichtigen Teil der wirtschaftlichen Grundlage.
Wie lange läuft die Pacht? Welche Investitionen darf der Pächter durchführen? Wer trägt größere Gebäudereparaturen?
Auch Inventar und Vieh können unterschiedlich behandelt werden.
Eine gute Betriebspacht ist deshalb wesentlich umfangreicher als das einfache Pachten einer Wiese.
Für junge Betriebsleiter kann sie trotzdem genau der Weg sein, der eine eigenständige Landwirtschaft überhaupt ermöglicht.
Grundverkehr gehört früh zur Prüfung
Land- und forstwirtschaftliche Grundstücke werden in Niederösterreich nicht wie gewöhnliche Wohnbaugrundstücke behandelt.
Beim Erwerb eines vollständigen landwirtschaftlichen Betriebes kann deshalb das niederösterreichische Grundverkehrsrecht relevant sein.
Je nach Grundstücken und konkretem Rechtsgeschäft kann eine grundverkehrsbehördliche Genehmigung erforderlich werden.
Auch längerfristige beziehungsweise umfangreiche Nutzungsüberlassungen können je nach Fall zu prüfen sein.
Für Käufer und Pächter bedeutet das vor allem:
Die Frage gehört an den Anfang der Vertragsgestaltung und nicht erst kurz vor der Übergabe.
Bei einem Betrieb mit zahlreichen Grundstücken sollte jede Fläche und ihr rechtlicher Status sauber erfasst werden.
Kaufaspekte & Tipps
Vor dem Kauf oder der Pacht einer Landwirtschaft im Raum Lilienfeld sollte zunächst der vollständige Betrieb aufgenommen werden.
Welche Gebäude bestehen und wie werden sie genutzt? Wie viele Tiere können tatsächlich gehalten werden? Welche Flächen gehören zum Eigentum und welche sind gepachtet?
Wohnhaus, Stallungen, Dächer, Maschinenhallen, Lager, Wasser, Elektrik und Entwässerung sollten technisch geprüft werden.
Bei Viehbetrieben sind Futtergrundlage, Mist- oder Güllelager und Arbeitswege besonders wichtig.
Maschinen, Vieh und Inventar brauchen eigene Listen und Bewertungen, wenn sie mitübernommen werden.
Auch bestehende Förderbindungen, Lieferverträge und Pachtverhältnisse gehören zur wirtschaftlichen Due Diligence.
Im Raum Lilienfeld kommen Gelände und Winter hinzu.
Eine Fläche kann im Luftbild nah am Hof liegen und trotzdem nur über einen langen oder schwierigen Weg erreichbar sein.
Der Betrieb sollte deshalb nicht vom Schreibtisch aus bewertet werden.
Man muss seine Wege tatsächlich fahren.
Für wen geeignet und warum?
Eine Landwirtschaft im Raum Lilienfeld passt zu Menschen, die nicht nur ländlich wohnen möchten, sondern einen Betrieb führen wollen.
Das können Hofnachfolger sein, die einen bestehenden Familienbetrieb weiterentwickeln.
Es können erfahrene Landwirte sein, die eine neue Hofstelle suchen, oder Menschen mit fundierter landwirtschaftlicher Ausbildung, die erstmals einen eigenen Betrieb übernehmen möchten.
Sie müssen die Landschaft nicht romantisieren.
Sie wissen, dass Regen einen Arbeitstag verändert, Tiere auch sonntags versorgt werden und Maschinen genau dann kaputtgehen können, wenn sie gebraucht werden.
Dafür entsteht eine sehr direkte Verbindung zwischen Arbeit und dem Ort, an dem man lebt.
Morgens geht jemand in den Stall, während im Haus der Rest der Familie langsam wach wird. Später fährt eine Maschine vom Hof und am Abend steht sie wieder dort.
Die Wiesen draußen sind dann nicht nur Aussicht.
Sie gehören zur wirtschaftlichen Grundlage des Hauses.
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FAQ zur Landwirtschaft im Raum Lilienfeld
Was versteht my-landimmo unter Landwirtschaft?
Unter Landwirtschaft verstehen wir einen landwirtschaftlichen Betrieb als wirtschaftliche Einheit. Dazu können Wohnhaus, Stallungen, Wirtschaftsgebäude, Maschinen, Vieh sowie eigene und gepachtete Flächen gehören.
Was kostet eine Landwirtschaft im Raum Lilienfeld?
Der lokale Markt ist zu klein für eine belastbare eigene Statistik. Kleinere beziehungsweise ältere Betriebe können grob ab etwa 450.000 EUR bis 800.000 EUR beginnen. Gut ausgestattete Betriebe können etwa 800.000 EUR bis 1,5 Mio. EUR erreichen. Große land- und forstwirtschaftliche Betriebe können deutlich darüber liegen.
Welche Landwirtschaft ist für den Bezirk Lilienfeld typisch?
Grünlandwirtschaft, Rinderhaltung und gemischte land- und forstwirtschaftliche Betriebe passen besonders gut zur regionalen Struktur. Großflächiger intensiver Ackerbau spielt aufgrund von Waldanteil, Tälern und Hanglagen eine deutlich geringere Rolle.
Was unterscheidet Landwirtschaft und Bauernhof?
Beim Bauernhof steht die Hofimmobilie stärker im Mittelpunkt. Bei der Landwirtschaft wird zusätzlich der gesamte wirtschaftliche Betrieb mit Vieh, Maschinen, Flächen, Pachtverhältnissen und weiteren betrieblichen Strukturen betrachtet.
Kann man eine Landwirtschaft im Raum Lilienfeld pachten?
Ja. Bei einer Betriebspacht können Hofstelle, Wirtschaftsgebäude und Flächen gemeinsam übernommen werden. Maschinen, Vieh und Inventar sollten ausdrücklich im Vertrag geregelt sein.
Kann Wald zu einer Landwirtschaft gehören?
Ja. Gerade im waldreichen Bezirk Lilienfeld können landwirtschaftliche Betriebe zusätzlich erhebliche Forstflächen besitzen. Der Wald sollte hinsichtlich Bestand, Erschließung und Bewirtschaftung getrennt von den landwirtschaftlichen Flächen bewertet werden.
Wie wichtig sind Pachtflächen?
Pachtflächen können einen wesentlichen Teil der betrieblichen Flächengrundlage bilden. Bei einer Übernahme sollte deshalb geprüft werden, welche Verträge bestehen und ob diese Flächen dem neuen Betriebsleiter langfristig zur Verfügung stehen.
Braucht man beim Kauf einer Landwirtschaft eine Grundverkehrsgenehmigung?
Bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken kann in Niederösterreich eine grundverkehrsbehördliche Genehmigung erforderlich sein. Das muss anhand des konkreten Rechtsgeschäftes und der betroffenen Grundstücke geprüft werden.
Worauf sollte man bei der Übernahme besonders achten?
Wichtig sind Gebäudezustand, Stallkapazität, Flächengrundlage, Eigentums- und Pachtflächen, Maschinen, Vieh, Wasser, Lager, Mist- oder Gülleeinrichtungen sowie bestehende betriebliche Verpflichtungen. Im Raum Lilienfeld sollten zusätzlich Hanglagen, Flächenzufahrt und Winterbedingungen berücksichtigt werden.
Fazit
Landwirtschaft im Raum Lilienfeld funktioniert anders als in den großen Ackerbauregionen Niederösterreichs.
Hier bestimmen Wald, Grünland, Täler und Voralpen den Betrieb.
Rund um Hainfeld und St. Veit können Hofstellen und Flächen vergleichsweise gut erreichbar sein. Richtung Kleinzell, Türnitz, Hohenberg, St. Aegyd, Kernhof und Annaberg werden Hanglagen, Höhenunterschiede und Winter immer wichtiger.
Für Käufer und Pächter zählt deshalb nicht die größte Hektarzahl.
Es zählt, ob die Fläche zum Viehbestand passt, Stall und Futterlager kurze Wege schaffen und Maschinen mit dem Gelände zurechtkommen.
Eigentumswald kann einen Betrieb ergänzen. Pachtflächen können seine Grundlage verbreitern. Beides muss langfristig in das wirtschaftliche Konzept passen.
Am Ende zeigt sich die Qualität eines Betriebes ohnehin nicht auf dem Luftbild.
Sie zeigt sich morgens im Stall, bei der ersten Fahrt auf die Wiese und bei der Frage, ob alle notwendigen Dinge dort liegen, wo sie gebraucht werden.
Wenn Wohnhaus, Wirtschaftsgebäude, Tiere, Maschinen und Flächen zusammen funktionieren, entsteht daraus mehr als eine Hofstelle.
Dann ist es eine Landwirtschaft, die weitergeführt werden kann.
Landwirtschaft kaufen oder pachten im Raum Lilienfeld – auf my-landimmo.de, dem Spezialportal für Landwirtschaft, Bauernhöfe und besondere ländliche Immobilien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zwischen Hainfeld, St. Veit an der Gölsen, Kleinzell, Lilienfeld, Türnitz, Hohenberg, St. Aegyd, Kernhof und Annaberg verbinden landwirtschaftliche Betriebe Hofstelle, Grünland, Vieh, Wald und Wirtschaftsgebäude in einer stark voralpengeprägten Region.

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