Presshaus kaufen oder mieten im Raum Hollabrunn – für Menschen, die einen eigenen Platz in der Kellergasse suchen

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###MIETEKAUF###
 
Zwei Landwirtschaftliche genutzte Flächen im Ammerland – Ortsteil Rostrup

Zwei Landwirtschaftliche genutzte Flächen im Ammerland – Ortsteil Rostrup

Ort: 
26160 Bad Zwischenahn (Deutschland)
Grundstücksfläche: 
58.000,00 m²
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Für Menschen, die alte Weinräume erhalten und mit Freunden wieder regelmäßig nutzen möchten

Ein Presshaus kaufen oder mieten im Raum Hollabrunn heißt, einen eigenen Platz in einer der Kellergassen zwischen Retzer Land, Pulkautal und Schmidatal zu finden. Vor der kühlen Kellerröhre liegt ein Raum, in dem früher Trauben übernommen und gepresst wurden und heute Flaschen, Gläser, kleine Arbeiten und gemeinsame Stunden Platz finden. Gerade im westlichen Weinviertel gehört diese Verbindung aus Weinbau, Gebäude und Kellergasse noch sichtbar zu vielen Orten.

Die Tür wird aufgesperrt, im Pressraum fällt Licht auf den Ziegelboden, und aus dem Keller kommt kühle Luft nach oben. Auf einer Bank stehen leere Kisten, daneben wartet ein Korb mit Flaschen, die noch einsortiert werden müssen. Jemand trägt zwei Gläser herein, ein anderer sucht den Korkenzieher. Ein Presshaus wird nicht nur betrachtet – es bekommt seinen Wert durch das, was dort wieder regelmäßig geschieht.

Manche suchen einen kleinen Ort für den eigenen Wein, andere möchten eine Kellerröhre pflegen, Freunde zu einer Verkostung einladen oder ein Stück regionaler Baukultur erhalten. Dazu braucht es weder einen großen Weingarten noch einen gewerblichen Betrieb. Schon ein überschaubares Presshaus kann genügend Raum geben, um Vorräte zu lagern, etwas zu reparieren, an einem Tisch zusammenzusitzen oder nach einem Weg durch die Weingärten noch eine Weile zu bleiben.

Ein Presshaus ist das oberirdische Arbeitsgebäude vor einem Weinkeller. Ursprünglich standen dort Presse, Bottiche und Geräte für die Verarbeitung der Trauben; die anschließende Kellerröhre diente der Lagerung des Weins. Das Presshaus unterscheidet sich damit vom reinen Weinkeller, der überwiegend aus dem unterirdischen Lagerraum und seinem Zugang besteht.

Im Bezirk Hollabrunn stehen Presshäuser häufig in Kellergassen außerhalb oder am Rand der gewachsenen Orte. Rund um Retz und im Pulkautal sind solche Gassen ebenso Teil der Weinlandschaft wie in den Gemeinden an der Schmida und in den Weinorten rund um Hollabrunn. Die Gebäude stehen dort nicht für sich allein. Tore, Böschungen, Kellerröhren, schmale Vorplätze und die benachbarten Presshäuser bilden zusammen einen eigenen kleinen Straßenraum.

Wer dort ankommt, bringt vieles zu Fuß vom Auto bis zur Kellertür. Kisten werden abgestellt, Jacken landen über einer Stuhllehne, und beim Öffnen der schweren Tür muss jemand kurz ausweichen. Später weiß jeder, wo Gläser, Wasser und Taschenlampe liegen. Aus einem Gebäude, das zunächst fremd wirkt, wird über solche Handgriffe ein vertrauter Ort.

Nicht jedes Presshaus besitzt dieselben Voraussetzungen. Manche bestehen nur aus einem schlichten Raum und einer langen Kellerröhre. Andere haben ein Obergeschoss, einen kleinen Garten, Strom, Wasser oder bereits einen ausgebauten Aufenthaltsbereich. Ob dort über Weinlagerung und private Freizeitnutzung hinaus gewohnt, vermietet oder eine Veranstaltung angeboten werden darf, richtet sich nicht nach der Einrichtung, sondern nach Widmung, Bewilligung und dem genehmigten Bestand.

 

Markt & Besonderheiten

AngebotslagePresshäuser und Weinkeller kommen im Bezirk Hollabrunn regelmäßig, aber in kleiner Zahl auf den Markt. Angebote finden sich besonders in den Kellergassen des Retzer Landes, des Pulkautals sowie rund um Ravelsbach, Sitzendorf und Hollabrunn.
PreisspannenFür ein Presshaus im Bezirk Hollabrunn reicht der aktuelle Orientierungsrahmen von rund 10.000 bis 149.000 EUR. Schlichte, noch zu erneuernde Häuser liegen häufig unter 50.000 EUR; sanierte oder erweiterte Anlagen mit Keller, Aufenthaltsraum oder Freifläche darüber.
GebäudeteileZum Presshaus können Pressraum, Kellerhals und eine oder mehrere Kellerröhren gehören. Obergeschoss, Nebengebäude, Vorplatz oder Garten sind mögliche Ergänzungen, aber kein selbstverständlicher Bestandteil.
Typische NutzungWein lagern, Flaschen ordnen, kleine Mengen verarbeiten, Freunde empfangen oder die Kellergasse als privaten Rückzugsort nutzen: Der mögliche Alltag richtet sich nach Ausstattung, Widmung und genehmigter Nutzung.
BausubstanzVerputztes Mauerwerk, Ziegelgewölbe, gestampfter Lehm, alte Ziegelböden, Holztüren und einfache Dachstühle prägen viele ältere Presshäuser. Feuchtigkeit und Luftaustausch gehören zur baulichen Prüfung.
AnschlüsseStrom, Wasser, Kanal, Heizung und sanitäre Ausstattung sind nicht überall vorhanden. Gerade kleine Kellerobjekte werden weiterhin mit sehr einfacher Infrastruktur genutzt.
WohnnutzungEin eingerichteter Aufenthaltsraum macht aus einem Presshaus noch kein bewilligtes Wohnhaus. Vor Kauf oder Miete sind Flächenwidmung, Baubewilligung und zulässige Verwendung bei der Gemeinde zu klären.
Regionale BesonderheitIm Raum Hollabrunn ist das Presshaus eng mit der Kellergasse verbunden. Gebäude, Böschung, Kellerröhre und Nachbarobjekte bilden eine gewachsene Weinbauanlage, deren Erscheinungsbild vielerorts geschützt und bei Veränderungen zu berücksichtigen ist.

 

Regionale Architektur & Bauweisen

Ein Presshaus im Raum Hollabrunn steht oft giebelständig zur Kellergasse. Die verputzte Vorderseite bleibt schmal, darüber sitzt ein schlichtes Sattel- oder Walmdach, und hinter dem Gebäude führt der Kellerhals in die Erde. In manchen Gassen liegen die Häuser dicht nebeneinander; andernorts wechseln Presshäuser, begrünte Böschungen und offene Zwischenräume. Dadurch hat jede Kellergasse ihren eigenen Rhythmus.

Die Fassade braucht nur wenige Öffnungen. Neben der Eingangstür kann eine größere Öffnung liegen, durch die früher das Lesegut ins Presshaus kam. Im Weinviertel wird sie als Geittür bezeichnet. Hinter der Mauer beginnt kein gewöhnlicher Wohnungsgrundriss, sondern ein Arbeitsraum, dessen Proportionen von Presse, Bottichen und den Wegen der Weinbereitung bestimmt wurden.

Im Inneren sind die Oberflächen oft ungleichmäßig. Der Putz folgt dem Mauerwerk, alte Ziegel liegen nicht vollkommen eben, und an der Schwelle sieht man, wo viele Schuhe und Kisten entlanggegangen sind. Solche Spuren müssen nicht geglättet werden, damit der Raum wieder nutzbar wird. Ein tragfähiger Boden, eine sichere Elektrik und genügend Luftaustausch sind wichtiger als eine wohnlich verkleidete Oberfläche.

Hinter dem Pressraum fällt die Temperatur spürbar. Durch den Kellerhals geht es hinunter zur Röhre, die in Löss, Lehm oder anderes anstehendes Material getrieben und häufig mit Ziegeln ausgemauert wurde. Dort bleiben Licht und Außengeräusche zurück. Flaschen lagern an der Wand, ein Thermometer hängt nahe der Tür, und jedes Öffnen lässt für kurze Zeit wärmere Luft herein.

Die gleichmäßige Kühle ist Teil der ursprünglichen Funktion. Sie kann für Wein und andere geeignete Vorräte wertvoll sein, verlangt aber einen verständigen Umgang mit Feuchte und Lüftung. Eine dauerhaft dichte Außentür, falscher Putz oder ein ungeeigneter Bodenaufbau können den Feuchtehaushalt verändern. Bei einer Sanierung zählt deshalb nicht nur, was neu eingebaut wird, sondern ob Wand, Boden und Keller weiterhin trocknen können.

Viele Presshäuser besitzen keinen großen Außenbereich. Der kleine Vorplatz übernimmt dann mehrere Aufgaben: Dort werden Kisten abgestellt, Fahrräder angelehnt und ein Tisch kurz hinausgetragen. Menschen aus den Nachbarkellern gehen vorbei, grüßen und bleiben für zwei Sätze stehen. Die Nähe ist Teil der Kellergasse – wer völlige Abgeschiedenheit sucht, braucht eine andere Lage als jemand, der genau diese beiläufigen Begegnungen mag.

Andere Objekte liegen freier und bringen ein Stück Grünfläche oder einen kleinen Weingarten mit. Dann kann zwischen Haus und Reben gearbeitet werden, ohne dass daraus ein Weinbaubetrieb werden muss. Eine Schere liegt auf der Mauer, abgeschnittene Triebe werden zusammengesammelt, und später werden die Hände am Wasserhahn abgespült, sofern einer vorhanden ist. Gerade diese kleinen Tätigkeiten verbinden den Ort mit seiner Herkunft.

Im Retzer Land wirken manche Kellergassen über lange Zeilen und tief eingeschnittene Kellerwege. Im Pulkautal liegen bekannte Kellergassen zwischen Weinbergen, Feldern und Orten, deren Alltag bis heute vom Weinbau mitgeprägt ist. Richtung Ravelsbach und Sitzendorf begegnen ebenfalls kompakte Kelleranlagen und einzelne Presshäuser am Ortsrand. Der regionale Anker ist deshalb nicht ein einzelnes Vorzeigehaus, sondern ein Netz gewachsener Weinorte im ganzen Bezirk.

Wurde ein Presshaus später aufgestockt oder als Freizeitgebäude erneuert, verändert sich sein Gebrauch. Oben kann ein zusätzlicher Raum entstehen, während Pressraum und Keller ihre Aufgaben behalten. Eine solche Erweiterung ist jedoch nur dann ein Vorteil, wenn sie genehmigt ist und zur örtlichen Bauform passt. Sprossenfenster oder Holzläden allein machen einen Neubau noch nicht zu historischer Substanz.

Auch ein schlichtes Gebäude kann tragen, wenn die Wege funktionieren. Die Flaschen kommen ohne Umwege in den Keller, Wasser und Gläser haben einen festen Platz, und nach dem Zusperren bleibt nichts draußen stehen. Das Presshaus muss nicht wie ein kleines Wohnhaus aussehen. Seine eigene Qualität liegt gerade darin, dass wenige Räume sehr konkrete Aufgaben übernehmen.

 

Historische Nutzung & Tradition

Presshäuser entstanden aus den Abläufen des Weinbaus. Nach der Lese kamen die Trauben von den Weingärten in den Pressraum, wurden dort verarbeitet und anschließend als Most und Wein im Keller gelagert. Gebäude und Röhre bildeten eine funktionale Einheit. Die Kellergasse bündelte diese Einheiten außerhalb dichter Wohnbereiche an einem Ort.

Im heutigen Bezirk Hollabrunn reicht diese Weinbaugeschichte über viele Teilräume. Retz ist durch Weinhandel und Kelleranlagen geprägt, das Pulkautal durch Weinorte und Kellergassen, und auch entlang der Schmida sowie rund um Hollabrunn gehören Presshäuser zur überlieferten Baukultur. Sie zeigen, dass Wein nicht nur auf den Flächen entstand, sondern Räume für Verarbeitung, Lagerung und Austausch brauchte.

Während der Lese war das Presshaus kein stiller Rückzugsort. Türen standen offen, Bottiche und Geräte mussten bewegt werden, und zwischen Weingarten, Pressraum und Keller liefen viele Handgriffe nacheinander. Kleidung wurde an einen Haken gehängt, Most spritzte auf den Boden, und jemand ging noch einmal hinaus, weil ein Werkzeug fehlte. Aus dieser Arbeit erklärt sich die robuste, sparsame Gestaltung vieler Gebäude.

Mit größeren Pressen, moderner Kellertechnik und veränderten Betriebsstrukturen verloren viele kleine Presshäuser ihre ursprüngliche Aufgabe. Einige blieben Lager, andere wurden nur noch gelegentlich geöffnet. Wo Nutzung ausblieb, wurden Dächer und Putz anfällig; zugleich blieben in den kühlen Röhren oft Bedingungen erhalten, die sich bis heute für die Weinlagerung eignen.

Eine neue Nutzung beginnt häufig unspektakulär. Zuerst wird ausgeräumt, dann bekommt die Tür wieder einen verlässlichen Schlüssel, das Dach wird überprüft und der Boden freigelegt. Später stehen Flaschen in beschrifteten Fächern, ein kleiner Tisch bleibt im Pressraum, und Freunde wissen, dass für den Weg in die Röhre eine Jacke sinnvoll ist. So wird das Haus wieder gebraucht, ohne seine Herkunft zu verleugnen.

Manche Eigentümer keltern selbst, andere sammeln Wein aus der Region oder nutzen den Raum für Verkostungen im privaten Kreis. Auch Kunst, Lesungen oder kleine kulturelle Formate sind in einzelnen Presshäusern entstanden. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Nutzungserlaubnis ableiten. Jede öffentlichere oder gewerbliche Verwendung braucht eine Prüfung des konkreten Gebäudes und seiner Lage.

Zur Tradition der Kellergasse gehören auch die Nachbargebäude. Wasser, Zufahrten, Böschungen und Wege enden nicht immer an einer deutlich sichtbaren Grenze. Bei Arbeiten am Dach oder an der Außenwand spricht man miteinander, weil Gerüst, Material und Zugang schnell mehrere Grundstücke berühren. Diese räumliche Nähe kann Gemeinschaft fördern, verlangt aber klare Eigentums- und Wegverhältnisse.

Erhalten heißt bei einem Presshaus nicht, jeden Zustand unverändert zu lassen. Lose Ziegel, undichte Dächer und schadhafte Elektrik brauchen eine Lösung. Gleichzeitig können alte Türen, Putzflächen, Gewölbe oder Böden weiter funktionieren, wenn sie fachgerecht behandelt werden. Das Gebäude bleibt glaubwürdig, wenn neue Nutzung und vorhandene Substanz miteinander arbeiten.

 

Kaufaspekte & Tipps

Vor dem Kauf eines Presshauses sollte geklärt werden, was genau zum Grundstück gehört. Pressraum, Kellerhals und Kellerröhre können unterschiedliche Grenzen berühren; Vorplatz, Böschung oder Zufahrt müssen nicht vollständig im eigenen Eigentum stehen. Grundbuch, Kataster, vorhandene Pläne und ein gemeinsamer Rundgang helfen, Gebäude und Rechte zusammenzubringen.

Die Widmung ist besonders wichtig. In einem Bauland-Sondergebiet für Presshaus und Kellergasse gelten andere Möglichkeiten als auf gewöhnlichem Wohnbauland. Ein Tisch, ein Bett oder eine kleine Küche beweisen keine bewilligte Wohnnutzung. Bevor Übernachtung, Vermietung, Ausbau oder dauerhafter Aufenthalt eingeplant werden, sind Gemeinde und vorhandene Bauakten maßgeblich.

Beim Gebäude zählen zuerst Dach, Mauerwerk, Gewölbe und Entwässerung. Regenwasser sollte vom Haus und von der Böschung weggeführt werden, ohne Nachbargrundstücke zu belasten. Risse im Gewölbe, abplatzender Putz, muffige Luft und Salzspuren brauchen eine fachliche Einordnung. Ein Keller ist naturgemäß kühl und feuchter als ein Wohnraum; problematisch wird es, wenn Wasser eindringt oder die Konstruktion geschädigt ist.

Auch die Luftführung gehört zur Besichtigung. Tür, Fenster, Lüftungsöffnungen und Kellerhals beeinflussen das Klima. Wer unmittelbar nach dem Kauf alles abdichtet, kann vorhandene Feuchtewege unterbrechen. Für historische Presshäuser gibt es in Niederösterreich eine eigene Kellergassen-Bauberatung, die Sanierung, Materialwahl und Ortsbild gemeinsam betrachtet.

Strom, Wasser und Kanal sollten nicht nur im Inserat erwähnt, sondern vor Ort nachvollzogen werden. Wo sitzt der Zähler, ist der Anschluss aktiv, und welche Leitungen gehören zum Objekt? Ein Brunnen oder Wasserbehälter ersetzt nicht automatisch eine Trinkwasserversorgung. Für einen einfachen privaten Kellerplatz können wenige Anschlüsse genügen; für häufige Treffen oder andere Nutzungen steigen die Anforderungen.

Die Zufahrt verändert den praktischen Gebrauch. Manche Kellergassen lassen sich gut anfahren, in anderen bleiben Fahrzeuge weiter entfernt oder können nur eingeschränkt wenden. Wer Flaschen, Fässer, Baustoffe oder Geräte bewegt, merkt jeden zusätzlichen Meter. Gleichzeitig sollte der Vorplatz nicht dauerhaft mit Autos verstellt sein, wenn er der einzige Bereich vor der Tür ist.

Bei der Miete gehören Pressraum, Keller, Vorplatz, Inventar und zulässige Nutzung genau in die Vereinbarung. Ebenso sollte feststehen, wer Dach, Tür, Böschung und technische Anschlüsse erhält. Beim Kauf kommen Nebenkosten und mögliche Sanierung hinzu. Der niedrigste Kaufpreis ist nur dann günstig, wenn Gewölbe, Dach und Rechte zum geplanten Gebrauch passen.

Eine Besichtigung zu unterschiedlichen Bedingungen ist hilfreich. Nach Regen zeigen sich Wasserwege, an einem warmen Tag wird der Temperaturunterschied zum Keller spürbar, und bei geschlossener Tür lässt sich Geruch besser beurteilen. Wer eine Flasche, eine Kiste und eine Taschenlampe tatsächlich durch die Räume trägt, versteht oft schneller als am Grundriss, ob der Ort im eigenen Alltag funktionieren wird.

 

Für wen geeignet und warum?

Ein Presshaus im Raum Hollabrunn passt zu Menschen, die einen kleinen, eigenständigen Ort mit engem Bezug zum Wein suchen. Dafür muss niemand hauptberuflich Winzer sein. Es genügt der Wunsch, Flaschen gut zu lagern, regionale Weine bewusster kennenzulernen oder ein altes Gebäude regelmäßig zu öffnen und zu nutzen.

Für Menschen mit eigenem Weingarten verkürzt das Presshaus die Wege zwischen Ernte, Verarbeitung und Keller. Scheren, Kisten und Geräte bleiben dort, wo sie gebraucht werden. Nach der Arbeit wird der Boden gekehrt, jemand schreibt noch eine Zahl auf ein Fass, und die nächste Aufgabe wartet nicht im Wohnhaus, sondern an einem dafür gedachten Platz.

Andere suchen vor allem einen privaten Treffpunkt. Zwei Menschen stellen Gläser bereit, während die ersten Freunde noch durch die Kellergasse heraufkommen. Jacken bleiben im kühlen Pressraum, Brot und Wasser stehen neben den Flaschen, und zwischendurch geht jemand mit einer Lampe hinunter, um den nächsten Wein zu holen. Die Runde entsteht aus dem Ort und seiner Nutzung, nicht aus einer aufwendig eingerichteten Kulisse.

Auch für Sammler kann eine passende Kellerröhre interessant sein. Flaschen lassen sich nach Herkunft und Jahrgang ordnen, ohne Kellerregale im Wohnhaus zu füllen. Wer am Wochenende nach dem Rechten sieht, prüft Verschlüsse, Temperatur und Luft, trägt einzelne Kartons um und nimmt am Ende genau die Flasche mit, die später zuhause geöffnet werden soll.

Menschen mit Freude an alter Bausubstanz finden eine überschaubare Aufgabe. Ein Presshaus ist kleiner als ein Bauernhaus oder Gutshof, verlangt aber denselben Respekt vor Material und Baugeschichte. Dach, Putz, Tür und Boden können nacheinander instandgesetzt werden. Dabei bleibt sichtbar, wofür der Raum einmal gebaut wurde.

Für Familien kann der Ort ein gemeinsames Projekt sein, ohne zum dauernden Familienwohnsitz zu werden. Einer kümmert sich um den Keller, eine andere um die kleine Fläche vor dem Haus, und jüngere Familienmitglieder tragen leere Kisten zurück. Niemand muss dieselbe Aufgabe mögen. Am Ende wird zugesperrt und gemeinsam entschieden, wann das Presshaus wieder geöffnet wird.

Weniger geeignet ist ein klassisches Presshaus für Menschen, die ohne weitere Prüfung ein Ferienhaus oder eine dauerhafte Wohnung suchen. Fehlende Sanitäranlagen, einfache Anschlüsse und besondere Widmungen gehören bei vielen Objekten zur Realität. Wer dagegen genau einen Weinraum, Kellerplatz oder privaten Aufenthaltsort sucht, kann mit einem kleinen Gebäude erstaunlich viel anfangen.

Der eigentliche Wunsch ist oft sehr konkret: einen Schlüssel für eine Tür in der Kellergasse besitzen, den eigenen Bestand in der kühlen Röhre kennen und einen Ort haben, an dem Freunde nicht nur eine Flasche trinken, sondern verstehen, woher sie kommt. Im Bezirk Hollabrunn ist dieses Bild keine nachgebaute Weinromantik. Es wächst aus den Presshäusern, Wegen und Weinorten, die noch vorhanden sind.

 

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FAQ

Was ist ein Presshaus?
Ein Presshaus ist das oberirdische Arbeitsgebäude vor einem Weinkeller. Früher wurden darin Trauben übernommen und gepresst; die anschließende Kellerröhre diente der Lagerung von Most und Wein.

Was unterscheidet ein Presshaus von einem Weinkeller?
Das Presshaus ist der oberirdische Raum für Verarbeitung, Geräte und Aufenthalt. Der Weinkeller ist der überwiegend unterirdische Lagerraum. Viele Angebote verbinden beide Gebäudeteile, manche bestehen jedoch nur aus einem Kellerzugang und der Röhre.

Was kostet ein Presshaus im Raum Hollabrunn?
Der aktuelle Orientierungsrahmen reicht von rund 10.000 bis 149.000 EUR. Einfache oder sanierungsbedürftige Presshäuser liegen häufig unter 50.000 EUR, während sanierte und erweiterte Anlagen mehr kosten können.

Kann man ein Presshaus im Bezirk Hollabrunn auch mieten?
Mietangebote sind möglich, aber deutlich seltener als Kaufangebote. Im Mietvertrag sollten Pressraum, Kellerröhre, Vorplatz, Inventar, Anschlüsse und erlaubte Nutzung eindeutig festgehalten werden.

Darf man in einem Presshaus wohnen oder übernachten?
Nicht automatisch. Einrichtung, Heizung oder Schlafplatz ersetzen keine bewilligte Wohn- oder Beherbergungsnutzung. Entscheidend sind Flächenwidmung, Baubewilligung und die Auskunft der zuständigen Gemeinde zum konkreten Objekt.

Welche Anschlüsse braucht ein Presshaus?
Das hängt von der Nutzung ab. Für Weinlagerung kann eine einfache Ausstattung genügen. Für regelmäßigen Aufenthalt werden Strom, Wasser, sichere Elektrik, gegebenenfalls Kanal und sanitäre Einrichtungen wichtiger; ihr tatsächlicher Bestand ist vor Ort zu prüfen.

Worauf kommt es bei einer alten Kellerröhre an?
Gewölbe, Risse, eindringendes Wasser, Luftführung und Entwässerung sollten fachlich beurteilt werden. Kühle und eine gewisse Feuchte gehören zum Keller, sichtbare Schäden oder stehendes Wasser dagegen nicht.

Kann ein Presshaus für Verkostungen oder Veranstaltungen genutzt werden?
Private Treffen können je nach Objekt möglich sein. Öffentliche, regelmäßige oder gewerbliche Verkostungen und Veranstaltungen benötigen eine gesonderte Prüfung von Widmung, Baurecht, Gewerberecht, Brandschutz, Sanitäranlagen, Zufahrt und Nachbarschaft.

Was ist bei der Sanierung eines Presshauses wichtig?
Dach, Feuchtehaushalt, Lüftung und geeignete Materialien gehören zusammen betrachtet. Diffusionsoffene Aufbauten und der Erhalt brauchbarer Türen, Ziegel oder Putzflächen können sinnvoll sein. Die niederösterreichische Kellergassen-Bauberatung unterstützt bei der Einordnung des konkreten Gebäudes.

 

Fazit

Ein Presshaus kaufen oder mieten im Raum Hollabrunn verbindet einen eigenen Weinraum mit der gewachsenen Kellergassenkultur des Bezirks. Zwischen Retzer Land, Pulkautal, Hollabrunn und Schmidatal reicht die Auswahl vom schlichten Pressraum mit Röhre bis zur sanierten Anlage mit zusätzlichem Aufenthaltsbereich. Entscheidend ist, dass Gebäude, Rechte und erlaubte Nutzung zum eigenen Vorhaben passen.

Beim Aufsperren riecht der Raum noch kühl, auf dem Boden stehen die Kisten vom letzten Besuch, und im Keller wartet eine Reihe Flaschen, deren Ordnung nur der Eigentümer ganz versteht. Später kommen zwei Freunde dazu, jemand trägt Gläser hinunter und kehrt mit einer ausgewählten Flasche zurück. Dann erfüllt das Presshaus wieder genau die Aufgabe, für die Menschen solche Orte suchen: Wein aufbewahren, Herkunft spürbar machen und Zeit miteinander teilen.

 

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