Landwirtschaft kaufen oder pachten in Osttirol – für Menschen, die Hof, Tiere und Flächen als Betrieb weiterführen möchten
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Für Menschen, die in Osttirol eine Landwirtschaft suchen, bei der Hofstelle, Stall, Tiere, Wiesen und Bergflächen gemeinsam einen Betrieb bilden
Eine Landwirtschaft in Osttirol ist mehr als Wohnhaus und ein paar Hektar Grund. Gemeint ist ein vollständiger landwirtschaftlicher Betrieb: Hofstelle, Stall, Wirtschaftsgebäude, Wiesen und Weiden, häufig Bergflächen oder Wald und je nach Ausrichtung Tiere, Maschinen, Pachtflächen sowie Alm- und Weiderechte.
Wer nach einer solchen Landwirtschaft sucht, möchte deshalb nicht einfach auf einem ehemaligen Hof wohnen. Der Betrieb selbst soll weitergeführt, übernommen oder neu ausgerichtet werden. Morgens beginnt der Tag im Stall, später wird auf der Wiese gearbeitet, Futter eingebracht, eine Maschine gewartet oder Vieh kontrolliert. Das Wohnhaus steht mitten in diesem Ablauf und nicht daneben.
Gerade Osttirol ist für diese Objektart ausgesprochen prägend. Landwirtschaft besitzt im Bezirk Lienz bis heute einen hohen Stellenwert. Von den 2.376 statistisch erfassten Betrieben wurden 2020 mehr als die Hälfte im Nebenerwerb geführt. Gleichzeitig zeigt die Flächenstruktur sehr deutlich, welche Form von Landwirtschaft hier typisch ist: Von rund 36.653 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche entfielen fast 23.740 Hektar auf Almen und Bergmähder und über 9.300 Hektar auf mehrmähdige Wiesen. Klassisches Ackerland spielte mit rund 1.280 Hektar eine wesentlich kleinere Rolle.
Deshalb darf eine Landwirtschaft in Osttirol nicht nach denselben Maßstäben beurteilt werden wie ein Ackerbaubetrieb in einer flachen Region. Hier geht es häufig um Grünland, Rinder, Schafe oder andere Weidetiere, Heu, Bergwiesen und die Frage, wie Talflächen, Hofstelle und höher gelegene Flächen zusammenarbeiten.
Im Alltag ist dieser Zusammenhang schnell sichtbar. Während im Haus Frühstück gemacht wird, ist vielleicht schon jemand im Stall. Kinder kennen die Tiere nicht nur vom Namen, sondern auch deren Eigenheiten. Im Sommer bestimmt das Wetter, wann gemäht wird. Freunde kommen nicht immer zu einem frisch aufgeräumten Hof, sondern manchmal mitten in eine Arbeit hinein und helfen eben noch zehn Minuten mit.
Später sitzt man gemeinsam vor dem Haus oder in der Küche. Die Maschinen stehen wieder, die Tiere sind versorgt und irgendwo liegt trotzdem noch etwas, das am nächsten Morgen weitergemacht werden muss.
Eine Landwirtschaft ist deshalb keine romantische Vorstellung vom Leben auf dem Land.
Sie ist ein Betrieb – und gerade dadurch für die richtigen Menschen ein besonderer Lebensort.
Markt & Besonderheiten
| Angebotslage | Vollständige landwirtschaftliche Betriebe kommen in Osttirol nur in begrenzter Zahl auf den freien Markt. Kauf und Übergabe innerhalb von Familien spielen weiterhin eine große Rolle. Pacht kann deshalb ebenso wichtig sein wie Kauf. |
| Preisspannen | Je nach Hofstelle, Wohnhaus, Stallungen, Wirtschaftsgebäuden, Eigenflächen, Wald, Alm- und Weiderechten, Viehbestand und weiterer Betriebsausstattung liegt eine grobe Kaufpreisorientierung für vollständige Landwirtschaften in Osttirol bei etwa 600.000 EUR bis 2,0 Mio. EUR. Große oder besonders gut ausgestattete Betriebe können darüber liegen. |
| Typische Betriebsform | Grünland- und Viehwirtschaft prägen Osttirol deutlich stärker als klassischer Ackerbau. Wiesen, Bergwiesen, Weiden, Almflächen und Wald sind deshalb typische Bestandteile. |
| Gebäude | Wohnhaus, Stall, Stadl oder Scheune, Maschinen- und Gerätelager, Futter- und Heulager sowie je nach Betrieb Werkstatt, Remise oder weitere Wirtschaftsgebäude. |
| Kauf / Pacht | Beim Kauf werden Betrieb und Liegenschaft übernommen. Bei Pacht können Hofstelle, Flächen, Stallungen und teilweise weitere betriebliche Bestandteile zeitlich befristet zur Bewirtschaftung überlassen werden. Pachtflächen können auch bei einem gekauften Betrieb zusätzlich eine wichtige Rolle spielen. |
| Besonderheiten | Tiroler Grundverkehr, geschlossener Hof, Alm- und Weiderechte, Agrargemeinschaften, Pachtflächen, Dienstbarkeiten und die tatsächliche landwirtschaftliche Nutzbarkeit sollten früh geprüft werden. |
Landwirtschaft, Bauernhof oder ehemaliger Bauernhof?
Bei my-landimmo ist Landwirtschaft bewusst keine andere Bezeichnung für Acker- oder Grünlandflächen.
Eine Landwirtschaft bezeichnet den vollständigen Betrieb.
Dazu gehören die Hofstelle und die Gebäude ebenso wie die Flächen, auf denen der Betrieb wirtschaftet. Bei einem viehhaltenden Betrieb kommen Stall, Futterlager, Tiere und entsprechende technische Ausstattung hinzu. Wald, Almrechte, Maschinen und zugepachtete Flächen können ebenfalls Teil der betrieblichen Struktur sein.
Der Bauernhof beschreibt stärker die Hofstelle und das Leben auf dem aktiven Hof. Die Landingpage Landwirtschaft geht einen Schritt weiter und betrachtet den gesamten Betrieb als wirtschaftliche Einheit.
Beim ehemaligen Bauernhof ist die landwirtschaftliche Tätigkeit dagegen beendet. Stall und Stadl können noch vorhanden sein, dienen heute aber nicht mehr zwingend einer Landwirtschaft.
Diese Abgrenzung ist für Kaufinteressenten wichtig. Wer nur ein Haus mit großem Garten und ehemaligem Stall sucht, braucht keine vollständige Landwirtschaft.
Wer Tiere halten, Wiesen bewirtschaften, Heu gewinnen und einen Betrieb führen möchte, braucht genau diese Zusammenhänge.
Osttirol – Landwirtschaft zwischen Talflächen, Bergwiesen und Almen
Die landwirtschaftlichen Bedingungen unterscheiden sich innerhalb Osttirols erheblich. Das Pustertal und der Lienzer Talboden besitzen andere Voraussetzungen als Villgratental, Defereggental oder Virgental.
Rund um Lienz sowie im breiteren Drautal und Teilen des Pustertals stehen vergleichsweise günstigere Talflächen zur Verfügung. Dort können größere zusammenhängende Wiesen und teilweise auch Ackerflächen eine stärkere Rolle spielen.
Im Hochpustertal rund um Sillian, Heinfels, Strassen, Anras und Abfaltersbach bleibt Grünlandwirtschaft prägend, während Hofstellen häufig gut über die Talachsen erreichbar sind. Das Land Tirol bezeichnet gerade das Osttiroler Oberland mit Pustertal, Villgratental und Tiroler Gailtal als sehr ländlich geprägt und stellt fest, dass die Landwirtschaft dort weiterhin einen sehr hohen Stellenwert besitzt. Viele Betriebe werden im Nebenerwerb geführt.
Im Villgratental zeigt sich eine andere Form. Steile Bergwiesen wurden dort über Jahrhunderte bis in große Höhen bewirtschaftet. Historisch zog die Familie während des Sommers teilweise mit dem Vieh auf die Alm, während das zusätzliche Winterheu auf den Bergflächen gewonnen wurde. Diese enge Verbindung von Talhof, Bergwiese und Alm prägt die Landschaft bis heute.
Auch im Defereggental, Virgental sowie rund um Matrei, Prägraten und Kals bestimmen Höhenlage und Gelände die Betriebsweise. Talwiesen, Bergmähder, Weiden, Almflächen und Wald können über größere Höhenunterschiede verteilt sein.
Das bedeutet für Käufer und Pächter: Die Anzahl der Hektar allein sagt wenig über eine Landwirtschaft aus.
Zehn Hektar gut erreichbare mehrmähdige Wiese unmittelbar bei der Hofstelle können für einen Betrieb völlig anders zu bewerten sein als wesentlich größere, steile Bergflächen.
Entscheidend ist, wie die einzelnen Flächen miteinander funktionieren.
Wenn Wohnhaus, Stall, Tiere und Flächen einen Betrieb bilden
Bei einer Landwirtschaft sind die Wege zwischen den einzelnen Bereichen keine Nebensache. Sie bestimmen jeden Tag, wie viel Arbeit entsteht.
Vom Stall zum Futterlager sollte es praktisch funktionieren. Maschinen müssen Wirtschaftsgebäude und Flächen erreichen können. Mist muss bewegt werden. Vieh braucht sichere Wege auf Weiden oder in Ausläufe. Heu muss eingefahren und trocken gelagert werden können.
Ein alter Hof kann dabei sehr gut funktionieren, obwohl seine Gebäude nicht modern aussehen. Umgekehrt kann eine optisch beeindruckende Hofanlage im täglichen Ablauf umständlich sein.
Deshalb lohnt es sich, bei einer Besichtigung nicht nur einzelne Gebäude zu betrachten, sondern einen Arbeitstag gedanklich durchzugehen.
Wo steht der Traktor? Wie kommt das Futter in den Stall? Wo wird Heu gelagert? Wie gelangen Tiere auf die Weide? Ist genügend Wasser vorhanden? Welche Flächen liegen direkt am Hof und welche mehrere Kilometer entfernt?
Auch das Wohnhaus gehört in diesen Zusammenhang.
Auf einem aktiven Betrieb endet Arbeit nicht an einer Bürotür. Jemand geht noch einmal in den Stall, weil ein Tier kontrolliert werden muss. Im Sommer hängt der Zeitpunkt des Abendessens davon ab, wann die Wiese fertig ist. Während Freunde bereits draußen sitzen, fährt vielleicht noch jemand eine letzte Fuhre herein.
Gerade Familien erleben dadurch einen anderen Alltag. Kinder wachsen selbstverständlich zwischen Wohnhaus und Betrieb auf. Sie wissen, warum beim Essen plötzlich jemand aufsteht und noch einmal nach einem Tier schaut.
Gleichzeitig sollte das Wohnhaus genügend Abstand und Rückzug ermöglichen. Landwirtschaft und Privatleben gehören zusammen, müssen aber nicht in jedem Raum gleichzeitig stattfinden.
Ein guter Betrieb schafft beides.
Grünland, Vieh, Bergwiesen und Alm – die Osttiroler Betriebslogik
Die Statistik zeigt sehr deutlich, warum Grünland bei einer Landwirtschaft in Osttirol im Mittelpunkt stehen sollte. Von den rund 36.653 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche im Bezirk Lienz waren 2020 lediglich etwa 1.280 Hektar Ackerland. Mehrmähdige Wiesen machten dagegen rund 9.336 Hektar aus, Almen und Bergmähder sogar rund 23.737 Hektar.
Für viele Betriebe bedeutet das, dass Viehhaltung, Heugewinnung und Weidenutzung eng miteinander verbunden sind.
Die hofnahen Wiesen können mehrfach gemäht werden. Weiter oben liegen einmähdige Bergwiesen oder Weideflächen. Vieh verbringt je nach Betrieb einen Teil des Sommers auf Almflächen.
Bei der Übernahme einer Landwirtschaft sollte deshalb geklärt werden, welche Flächen im Eigentum stehen und welche gepachtet werden.
Ein Betrieb kann wirtschaftlich auf Pachtflächen angewiesen sein, die gar nicht Bestandteil des Kaufvertrags sind. Fallen diese später weg, verändert sich die gesamte Futtergrundlage.
Ähnlich wichtig sind Alm- und Weiderechte. Manche Nutzungen beruhen nicht auf Alleineigentum, sondern auf historisch gewachsenen Rechten oder Beteiligungen an Agrargemeinschaften.
Solche Rechte können für einen Bergbetrieb außerordentlich wertvoll sein.
Sie sollten deshalb nicht als nebensächlicher Eintrag in alten Unterlagen behandelt werden.
Auch Wald kann Teil der Landwirtschaft sein. Er liefert Holz, schützt Flächen und kann langfristig wirtschaftlichen Wert besitzen. Gleichzeitig bringt er eigene Pflege- und Bewirtschaftungsanforderungen mit.
Eine Osttiroler Landwirtschaft ist deshalb häufig keine kompakte Fläche rund um einen Hof.
Sie ist ein System aus unterschiedlichen Flächen und Rechten, das über Jahrzehnte oder Jahrhunderte gewachsen ist.
Kaufen oder pachten – die wirtschaftliche Struktur entscheidet
Bei Landwirtschaft ist Pacht keine Nebenvariante des Kaufs. Sie gehört seit langem zum landwirtschaftlichen Alltag.
Ein Betrieb kann vollständig gepachtet werden. Ebenso kann ein Eigentumsbetrieb einen erheblichen Anteil zusätzlicher Pachtflächen bewirtschaften.
Für Hofnachfolger oder Neueinsteiger kann die Pacht einer vollständigen Landwirtschaft interessant sein, weil nicht gleichzeitig der gesamte Immobilienwert finanziert werden muss. Dafür bleibt langfristige Planung stärker vom Pachtvertrag abhängig.
Beim Kauf entsteht dagegen die Möglichkeit, Gebäude und Eigenflächen dauerhaft zu entwickeln. Investitionen in Stall, Dach, Maschinengebäude oder Hoferschließung bleiben an der eigenen Liegenschaft.
Welche Variante besser passt, hängt stark vom Betriebskonzept ab.
Bei einer Pacht sollte sehr genau festgelegt werden, was übernommen wird: Wohnhaus, Stallungen, Wirtschaftsgebäude, Flächen, Weiderechte, Einrichtungen oder bestimmte Maschinen.
Auch Tierbestand und Vorräte können bei einer Betriebsübernahme gesondert geregelt werden.
Laufzeit, Investitionen, Instandhaltung und Rückgabe gehören ebenso dazu.
Bei einem Kauf sollte wiederum nicht nur gefragt werden, was im Grundbuch steht. Entscheidend ist auch, welche Flächen der Betrieb bisher zusätzlich gepachtet hat und ob diese Pachtverhältnisse fortgeführt werden können.
Eine Landwirtschaft funktioniert wirtschaftlich schließlich nicht nach Grundstücksgrenzen allein.
Geschlossener Hof, Grundverkehr und gewachsene Rechte
Bei einer Landwirtschaft in Tirol gehört die rechtliche Struktur früh zur Prüfung.
Ein besonders wichtiger Begriff ist der geschlossene Hof. Dabei handelt es sich um eine historisch und rechtlich besonders geschützte Hofeinheit, deren wirtschaftliche Bestandteile nicht beliebig voneinander getrennt werden sollen.
Ob eine konkrete Landwirtschaft als geschlossener Hof geführt wird, sollte deshalb anhand der Unterlagen geprüft werden.
Auch das Tiroler Grundverkehrsrecht spielt beim Erwerb landwirtschaftlicher Grundstücke eine zentrale Rolle. Landwirtschaftlicher Boden ist kein gewöhnliches Freizeitgrundstück.
Daneben können Dienstbarkeiten und Nutzungsrechte entscheidend sein.
Wege zu abgelegenen Flächen führen möglicherweise über fremden Grund. Viehtriebe können historisch geregelt sein. Wasserrechte versorgen Stall oder Weiden. Alm- und Weiderechte eröffnen Nutzungsmöglichkeiten außerhalb der eigenen Grundstücke.
Agrargemeinschaften spielen gerade bei gemeinschaftlich genutzten Wald-, Alm- und Weideflächen eine Rolle.
All diese Punkte wirken auf den ersten Blick deutlich weniger interessant als Wohnhaus, Tiere und Landschaft.
Für den wirtschaftlichen Wert eines Betriebes können sie jedoch wichtiger sein als ein frisch renoviertes Badezimmer.
Kauf- und Pachtaspekte: den gesamten Betrieb prüfen
Eine Landwirtschaft sollte niemals ausschließlich wie eine Wohnimmobilie besichtigt werden.
Das Wohnhaus gehört technisch geprüft: Dach, Tragwerk, Feuchtigkeit, Fenster, Heizung, Elektrik, Wasser und Abwasser.
Beim Stall kommen Tierwohl, Belüftung, Licht, Boden, Wasser, Mist- und Güllelagerung sowie der baurechtliche Bestand hinzu.
Stadl, Scheune, Maschinenhalle und weitere Wirtschaftsgebäude sollten hinsichtlich Tragwerk, Dachhöhe, Zufahrt und heutiger Nutzbarkeit betrachtet werden.
Auch vorhandene Maschinen oder technische Einrichtungen brauchen eine klare Zuordnung. Sind sie Teil des Kaufpreises oder werden sie separat übernommen?
Bei den Flächen sollten Eigentum, Pacht, Lage und Nutzungsart auseinandergehalten werden. Mehrmähdige Wiese, Bergmähder, Weide, Alm und Wald erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Die Erreichbarkeit der Flächen ist besonders wichtig. Steile Bergwiesen können landschaftlich beeindruckend sein und gleichzeitig hohen Arbeitsaufwand verursachen.
Auch Wasserversorgung gehört zum Betrieb. Stall, Tiere und Weiden brauchen zuverlässig Wasser. Bei eigenen Quellen sollten Rechte und Versorgungssicherheit geklärt werden.
Zufahrt und Winterdienst sind ebenfalls Teil der landwirtschaftlichen Praxis. Milchabholung, Futterlieferung, Tierarzt und Maschinen müssen den Hof erreichen können.
Wer Tierhaltung übernehmen möchte, sollte außerdem prüfen, ob Stallgröße und Infrastruktur zur geplanten Tierzahl und Betriebsform passen.
Und schließlich gehört eine betriebswirtschaftliche Frage dazu: Kann dieser Betrieb mit seinen Eigenflächen, Pachtflächen, Gebäuden und möglichen Einnahmen tatsächlich so geführt werden, wie man es plant?
Gerade weil viele Osttiroler Betriebe im Nebenerwerb geführt werden, muss die Antwort nicht zwingend Vollerwerb lauten. Das Land Tirol weist für den Bezirk Lienz 1.272 Nebenerwerbsbetriebe gegenüber 755 Haupterwerbsbetrieben aus.
Eine Landwirtschaft kann deshalb auch zu einem Lebensmodell gehören, bei dem Einkommen aus mehreren Quellen kommt.
Der Hof bleibt trotzdem Landwirtschaft.
Für wen geeignet und warum?
Eine Landwirtschaft in Osttirol passt zu Menschen, die nicht nur gern ländlich wohnen, sondern einen Betrieb tatsächlich führen möchten.
Für Familien kann das bedeuten, Wohnen und Arbeit eng miteinander zu verbinden. Kinder erleben Tiere, Jahreszeiten und landwirtschaftliche Abläufe unmittelbar. Gleichzeitig verlangt ein Hof, dass Aufgaben auch dann erledigt werden, wenn Wochenende oder Feiertag ist.
Menschen mit Erfahrung in Viehhaltung oder Grünlandwirtschaft finden in Osttirol besonders typische Betriebsstrukturen. Wer einen Betrieb neu übernimmt, sollte dagegen realistisch einschätzen, welche Arbeit selbst geleistet werden kann und wo Beratung oder Unterstützung notwendig ist.
Für Nebenerwerbslandwirte kann ein Hof interessant sein, wenn Gebäude und Flächen so organisiert sind, dass Landwirtschaft mit einem weiteren Beruf verbunden werden kann.
Auch Direktvermarktung kann Teil eines Betriebskonzeptes sein. Osttirol besitzt eine aktive Struktur regionaler Hof- und Bauernläden, beispielsweise im Hochpustertal und Virgental. Milch, Käse, Fleisch, Eier, Brot, Obst oder andere Produkte können dadurch neben der klassischen Landwirtschaft zusätzliche Wertschöpfung schaffen.
Weniger geeignet ist diese Objektart für Menschen, die vor allem ein großes Grundstück und ehemalige Stallgebäude für private Hobbys suchen.
Dafür passen Bauernhaus, ehemaliger Bauernhof oder Landimmobilie besser.
Eine Landwirtschaft ist etwas anderes.
Sie besteht aus Wohnhaus, Arbeit, Flächen und häufig Tieren – und all diese Dinge müssen auch am nächsten Morgen wieder zusammen funktionieren.
Warum my-landimmo.de
my-landimmo.de versteht Landwirtschaft als vollständigen landwirtschaftlichen Betrieb und nicht lediglich als Acker-, Grünland- oder Waldfläche.
Wohnhaus, Stall, Wirtschaftsgebäude, Tierhaltung, Eigenflächen, Pachtflächen, Wiesen, Bergwiesen, Weiden, Almrechte und Wald können im Inserat gemeinsam dargestellt werden.
Kauf und Pacht werden berücksichtigt, weil beide Formen bei landwirtschaftlichen Betrieben relevant sind.
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FAQ zur Landwirtschaft in Osttirol
Was versteht my-landimmo unter Landwirtschaft?
Landwirtschaft bezeichnet bei my-landimmo einen vollständigen landwirtschaftlichen Betrieb mit Hofstelle, Wohnhaus, Stall und Wirtschaftsgebäuden sowie den dazugehörigen beziehungsweise bewirtschafteten Flächen. Tiere, Wald, Almrechte, Pachtflächen und weitere Betriebsmittel können ebenfalls dazugehören.
Wie viele landwirtschaftliche Betriebe gibt es in Osttirol?
Für den Bezirk Lienz weist die Agrarstrukturerhebung 2020 insgesamt 2.376 landwirtschaftliche Betriebe aus. Davon wurden 755 im Haupterwerb und 1.272 im Nebenerwerb geführt.
Welche Landwirtschaft ist für Osttirol typisch?
Grünland- und Viehwirtschaft sind besonders prägend. Wiesen, Bergwiesen, Weiden sowie Alm- und Bergmähder machen einen sehr großen Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen aus. Ackerbau besitzt im Vergleich dazu eine wesentlich geringere Bedeutung.
Was kostet eine Landwirtschaft in Osttirol?
Je nach Hofstelle, Gebäuden, Eigenflächen, Wald, Almrechten und Betriebsausstattung liegt eine grobe Kaufpreisorientierung für vollständige Landwirtschaften bei etwa 600.000 EUR bis 2,0 Mio. EUR. Ein aktuelles Osttiroler Angebot in Anras mit Doppelwohnhaus und rund 11,4 Hektar Grund liegt beispielsweise bei 779.000 EUR.
Kann man eine Landwirtschaft in Osttirol pachten?
Ja. Ein vollständiger Betrieb kann gepachtet werden. Ebenso arbeiten viele Eigentumsbetriebe zusätzlich mit gepachteten Wiesen, Weiden oder anderen Flächen.
Was unterscheidet Landwirtschaft und Bauernhof?
Beim Bauernhof steht die Hofstelle mit Wohnhaus, Stall und aktivem Hofleben stärker im Mittelpunkt. Landwirtschaft bezeichnet den gesamten landwirtschaftlichen Betrieb einschließlich Flächen, Rechten und wirtschaftlicher Struktur.
Was unterscheidet Landwirtschaft von Acker- und Agrarflächen?
Acker- und Agrarflächen sind Grundstücke ohne zwingend dazugehörige Hofstelle. Eine Landwirtschaft umfasst dagegen den vollständigen Betrieb mit Gebäuden und bewirtschafteten Flächen.
Welche Bedeutung haben Pachtflächen?
Pachtflächen können einen wesentlichen Teil der Futter- und Wirtschaftsgrundlage eines Betriebs bilden. Vor einer Übernahme sollte deshalb geprüft werden, welche Flächen nur gepachtet sind und ob diese Verträge fortgeführt werden können.
Was ist ein geschlossener Hof?
Der geschlossene Hof ist eine in Tirol besonders geschützte landwirtschaftliche Hofeinheit. Ob ein konkreter Betrieb darunter fällt und welche rechtlichen Folgen daraus entstehen, sollte anhand der jeweiligen Unterlagen geprüft werden.
Welche Bedeutung haben Alm- und Weiderechte?
Sie können einem Betrieb ermöglichen, Tiere auf Flächen zu weiden, die nicht im alleinigen Eigentum des Hofes stehen. Gerade bei Berglandwirtschaft können solche Rechte wirtschaftlich sehr wichtig sein.
Was ist eine Agrargemeinschaft?
Agrargemeinschaften verwalten gemeinschaftlich genutzte land- oder forstwirtschaftliche Grundstücke beziehungsweise entsprechende Nutzungsrechte. Beteiligungen können unter anderem für Alm-, Weide- oder Waldnutzung relevant sein.
Spielt Wald bei einer Landwirtschaft in Osttirol eine Rolle?
Ja. Viele landwirtschaftliche Betriebe besitzen zusätzlich Wald. Dieser kann Holz liefern, wirtschaftlichen Wert besitzen und Teil der gesamten Betriebsstruktur sein.
Was sollte vor dem Kauf oder der Pacht zuerst geprüft werden?
Hofstelle, Stallungen, Wirtschaftsgebäude, Eigen- und Pachtflächen, Tierhaltung, Wasser, Zufahrt, Maschinen, Alm- und Weiderechte, Agrargemeinschaften, Grundverkehr sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit des gesamten Betriebs sollten gemeinsam betrachtet werden.
Eine Landwirtschaft ist dann ein Zuhause, wenn Betrieb und Leben nicht ständig voneinander getrennt werden müssen
Vielleicht wird am späten Nachmittag noch eine Wiese fertig. Auf dem Hof steht eine Maschine, die eigentlich schon längst in die Halle sollte, und im Stall ist die letzte Runde noch nicht gemacht.
Freunde kommen trotzdem vorbei.
Einer bleibt zuerst draußen stehen, jemand hilft noch kurz mit und Kinder laufen zwischen Haus und Stall hin und her. Später sitzt die Runde in der Küche oder vor dem Haus.
Die Tiere sind versorgt. Für morgen ist trotzdem genug Arbeit übrig.
Genau darin liegt das Leben auf einer Landwirtschaft.
Osttirol gibt ihm sehr unterschiedliche Formen – von den besser erreichbaren Hoflagen rund um Lienz und im Pustertal über die bäuerlich geprägten Strukturen des Villgraten- und Gailtals bis zu den Bergbetrieben in Defereggental, Virgental, Matrei, Prägraten und Kals.
Ein guter Betrieb wird deshalb nicht allein an seiner Hektarzahl gemessen.
Entscheidend ist, ob Wohnhaus, Stall, Wirtschaftsgebäude, Talwiesen, Bergflächen, Tiere und Rechte so zusammenwirken, dass daraus eine Landwirtschaft entsteht, die auch morgen weitergeführt werden kann.
Dann ist die Hofstelle nicht nur eine Immobilie.
Sie ist der Mittelpunkt eines Betriebes und eines Lebens, das sich über Stall, Wiesen, Weiden, Alm und Wohnhaus verteilt – und am Abend wieder an einem Tisch zusammenkommt.
Landwirtschaft kaufen oder pachten in Osttirol – auf my-landimmo.de, dem Spezialportal für landwirtschaftliche Betriebe, Bauernhöfe, Agrarimmobilien, Landimmobilien sowie besondere ländliche Immobilien in Deutschland, Österreich und der Schweiz.


