Teich & Fischwirtschaft kaufen im Burgenland – für Menschen, die Wasser bewirtschaften und daraus einen lebendigen Ort machen möchten
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Für Menschen, die morgens den Wasserstand prüfen und sehen möchten, wie unter der Oberfläche neues Leben heranwächst
Im Südburgenland liegen Teiche häufig dort, wo Quellen, kleine Bäche und feuchte Mulden zwischen Wiesen und Waldstücken zusammenkommen. Ein Damm hält das Wasser zurück, am Mönch lässt sich der Abfluss regulieren, und schmale Fahrwege verbinden die einzelnen Becken mit Futterlager, Gerätehütte oder Wirtschaftsgebäude. Zwischen Güssing, Oberwart und Jennersdorf entstehen so Anlagen, deren Alltag vom Wasser und seinen Veränderungen bestimmt wird.
Am frühen Morgen liegt noch kaum Bewegung auf der Oberfläche. Jemand geht zuerst zum Zulauf, entfernt Zweige vom Gitter und prüft, ob das Wasser gleichmäßig in den Teich fließt. Am Ufer wartet bereits ein Eimer mit Futter, während in einem kleineren Becken Jungfische nahe der Oberfläche stehen. Erst nach diesem Rundgang beginnt der übrige Tag.
Wer Teich & Fischwirtschaft im Burgenland kaufen möchte, sucht keinen dekorativen Gartenteich. Gesucht werden eine oder mehrere Wasserflächen mit gesicherter Speisung, regulierbarem Zu- und Ablauf, erreichbaren Ufern und den Voraussetzungen für Fischzucht, Angelgewässer oder eine kleinere gewerbliche Nutzung. Wasserqualität, Fischbestand, Dämme und Rechte entscheiden dabei ebenso wie die Größe des Grundstücks.
Eine Teichanlage kann aus mehreren Becken mit unterschiedlichen Aufgaben bestehen. In einem Teich wachsen Jungfische heran, ein anderer nimmt größere Tiere auf, und ein kleineres Becken dient der Zwischenhälterung oder Kontrolle. Wege zwischen den Wasserflächen müssen befahrbar bleiben, Futter und Geräte brauchen trockene Plätze, und beim Abfischen muss das Ufer auch mit mehreren Helfern sicher erreichbar sein.
An solchen Tagen verändert sich die Anlage schon vor Sonnenaufgang. Netze werden ausgerollt, Kisten und Behälter bereitgestellt, und jeder weiß, an welcher Seite des Teichs er gebraucht wird. Einer reguliert den Ablauf, zwei ziehen das Netz langsam durch das flacher werdende Wasser, während ein anderer die Fische sortiert und kontrolliert. Gespräche bleiben kurz, bis die Arbeit abgeschlossen und das Wasser wieder ruhig geworden ist.
Später stehen Familie, Freunde oder Mitarbeiter am Sortierplatz zusammen. Stiefel sind mit Schlamm bedeckt, Kescher lehnen am Schuppen, und auf einem Blatt werden Mengen und Größen notiert. Kinder beobachten einzelne Fische im Behälter und lernen, weshalb sie nur mit nassen Händen angefasst und schnell wieder ins Wasser gesetzt werden. So entsteht die Verbindung zum Teich nicht durch eine schöne Aussicht, sondern durch den sorgsamen Umgang mit dem, was darin lebt.
Eine Teichwirtschaft ist eine landwirtschaftliche oder gewerbliche Nutzung von künstlich angelegten oder entsprechend bewirtschafteten Teichen zur Aufzucht und Haltung von Fischen. Dazu können Aufzucht-, Streck-, Abwachs- und Hälterbecken sowie Zuläufe, Abläufe, Mönche, Dämme, Futterlager und Arbeitsflächen gehören.
Fischwirtschaft ist der weiter gefasste Begriff für Zucht, Haltung, Fang, Verarbeitung oder Vermarktung von Fischen. Eine kleinere Teichanlage kann vor allem der Karpfen- oder Forellenhaltung, einem Angelgewässer oder der privaten Selbstversorgung dienen. Größere Anlagen benötigen klar abgestimmte Wasser-, Arbeits- und Absatzstrukturen.
Vom privaten Freizeit- oder Badeteich unterscheidet sich eine Fischwirtschaft durch die geplante Nutzung des Fischbestands und die dafür erforderliche Infrastruktur. Ein idyllischer Teich ohne regelbaren Ablauf, ausreichenden Wasseraustausch oder sichere Zufahrt kann für Naturbeobachtung geeignet sein, aber für eine verlässliche Fischproduktion ungeeignet bleiben.
Auch eine Seeliegenschaft folgt einer anderen Suchintention. Dort stehen Wohnen und unmittelbarer Zugang zu einer größeren Wasserfläche im Mittelpunkt. Bei Teich & Fischwirtschaft geht es um bewirtschaftbare Gewässer, Wasserführung, Fischbestand und die tägliche Arbeit an Becken, Ufern und technischen Einrichtungen.
Markt & Besonderheiten
| Angebotslage | Teichanlagen und Fischwirtschaften erscheinen im Burgenland nur vereinzelt am Markt. Kleinere Anlagen finden sich vor allem im wasserreicheren Südburgenland, häufig als ehemalige Fischzucht, Angelteich oder Grundstück mit mehreren Becken. Vollständig eingerichtete Fischwirtschaften mit gesicherten Wasserrechten, Wirtschaftsgebäuden und laufender Nutzung sind besonders selten. |
| Preisspannen | Kleinere ehemalige Teichanlagen mit wenigen Wasserflächen, einfacher Hütte und deutlichem Erneuerungsbedarf beginnen je nach Grundstück, Wasserführung und Widmung häufig zwischen 80.000 EUR und 180.000 EUR. Nutzbare Anlagen mit mehreren Teichen, gesichertem Zulauf, Zufahrt und Wirtschaftsbereichen liegen vielfach zwischen 200.000 EUR und 500.000 EUR. Größere Fischwirtschaften mit umfangreichen Flächen, Gebäuden, Technik und nachweisbarer Ertragsgrundlage können darüber liegen. |
| Wasserflächen | Aufzuchtteiche, Abwachsteiche, Hälterbecken, Angelteiche, Zulaufgräben, Mönche, Dämme und kleinere natürliche Wasserbereiche können zu einer Anlage gehören. |
| Nutzungsmöglichkeiten | Fischzucht, Karpfen- oder Forellenhaltung, Angelgewässer, Direktverkauf, private Fischhaltung, Naturbeobachtung oder eine kleinere Kombination aus Teichwirtschaft und Besucherangebot. |
| Besonderheiten | Wasserrechte, ganzjährige Wassermenge, Wasserqualität, Dammzustand, Ablaufbauwerke, Fischbestand, Seuchenstatus, Zufahrt, Widmung, Schutzgebiete und genehmigte Nutzung sollten vor dem Kauf sorgfältig geprüft werden. |
Teichlandschaften zwischen Güssing, Oberwart & Jennersdorf
Das Südburgenland bietet durch seine kleinen Täler, Quellen, Bäche und höheren Niederschläge andere Voraussetzungen für Teichanlagen als die trockene Ebene rund um den Neusiedler See. Zwischen Wiesen, Waldsäumen und sanften Hängen lassen sich Wasserflächen finden, die seit vielen Jahren aus Quellen, Drainagen oder kleinen Zuflüssen gespeist werden.
Rund um Güssing liegen Teiche häufig in Mulden oder entlang kleiner Bachläufe. Die Anlagen können aus mehreren hintereinanderliegenden Becken bestehen, sodass Wasser vom oberen in den nächsten Teich weitergeführt wird. Dämme, Überläufe und die Erreichbarkeit der einzelnen Becken bestimmen, wie sicher sich das System steuern lässt.
Im Bezirk Oberwart wechseln offene Agrarflächen mit bewaldeten Höhen und feuchteren Tallagen. Ehemalige Fischteiche können dort Teil größerer Grundstücke mit Wiese, Wald, Scheune oder Quelle sein. Entscheidend ist, ob die frühere Wasserführung noch funktioniert oder Leitungen, Abläufe und Dämme bereits längere Zeit vernachlässigt wurden.
Rund um Jennersdorf und das Raabtal können Quellen und kleinere Fließgewässer eine gleichmäßigere Wasserversorgung ermöglichen. Gleichzeitig müssen Hochwasser, Fremdwasser und die Temperatur des Zulaufs berücksichtigt werden. Ein kühler, sauerstoffreicher Zufluss eignet sich für andere Fischarten als ein flacher, sonnenwarmer Teich.
Im Mittel- und Nordburgenland kommen ebenfalls Fisch- und Angelteiche vor, doch Wasserverfügbarkeit und sommerliche Erwärmung verlangen dort besondere Aufmerksamkeit. Eine große Wasserfläche ist nur dann dauerhaft nutzbar, wenn Verdunstung, Nachspeisung und Sauerstoffversorgung auch in trockenen Jahren zusammenpassen.
Jede Anlage besitzt deshalb ihre eigene Wasserlogik. Ein Quellteich mit stetigem Durchfluss lässt sich anders bewirtschaften als ein Teich, der überwiegend Niederschlag und Oberflächenwasser sammelt. Diese Unterschiede prägen Fischarten, Besatzdichte, Pflege und wirtschaftliche Möglichkeiten.
Wasserführung, Dämme & Arbeitswege
Der Zu- und Ablauf bildet das Herz einer bewirtschafteten Teichanlage. Wasser muss in ausreichender Menge und Qualität eintreten, durch das Becken geführt und kontrolliert wieder abgegeben werden können. Verstopfte Rohre, beschädigte Mönche oder undichte Dämme können innerhalb kurzer Zeit den gesamten Fischbestand gefährden.
Ein Mönch ermöglicht es, Wasserstand und Ablauf aus verschiedenen Tiefen zu regulieren. Sein baulicher Zustand sollte ebenso geprüft werden wie Rohre, Schieber und der Bereich, in dem das Wasser unter oder durch den Damm geführt wird. Kleine Undichtigkeiten können auf größere Schäden hinweisen.
Dämme müssen frei von tiefen Wühltiergängen, größeren Gehölzen und ausgespülten Stellen bleiben. Baumwurzeln können alte Dämme schwächen, während Bisam oder Biber zusätzliche Hohlräume verursachen können. Regelmäßige Begehungen gehören deshalb zum Alltag.
Für Fütterung, Kontrolle und Abfischen werden befahrbare Wege benötigt. Schmale Dammkronen, weiche Ufer oder fehlende Wendeflächen erschweren die Arbeit mit Anhänger, Behältern und Geräten. Gerade nach längeren Regenfällen zeigt sich, ob die Anlage praktisch erreichbar bleibt.
Arbeitsplätze am Wasser benötigen rutschfeste Flächen und kurze Wege. Ein kleiner Schuppen kann Netze, Kescher, Pumpen und Futter aufnehmen. Größere Anlagen benötigen zusätzliche Lager, Sortierbereiche, Strom und sauberes Wasser für Behälter und Geräte.
Auch die Sicherheit von Besuchern und Familienmitgliedern muss berücksichtigt werden. Steile Ufer, tiefe Schlammzonen, offene Ablaufbauwerke und rutschige Stege sollten erkennbar gesichert sein. Wasserflächen verändern sich mit Jahreszeit und Wasserstand und dürfen nicht wie gewöhnliche Gartenbereiche behandelt werden.
Fischbestand, Aufzucht & ein Jahr am Teich
Die Auswahl der Fischarten richtet sich nach Wassertemperatur, Sauerstoff, Tiefe, Durchfluss und geplanter Nutzung. Karpfen, Schleien und weitere wärmeliebende Arten benötigen andere Bedingungen als Forellen, Saiblinge oder andere Fische kühlerer, sauerstoffreicher Gewässer.
Im Frühjahr wird kontrolliert, wie die Fische den Winter überstanden haben. Wasserwerte, Verluste und der Zustand der Teiche geben vor, welche Becken besetzt und welche zunächst instand gesetzt werden. Jungfische werden umgesetzt, Netze geprüft und Futtervorräte ergänzt.
Im Sommer steigen Temperatur und Sauerstoffbedarf. Besonders in flachen Teichen können warme Nächte kritisch werden. Wasserstand, Verhalten der Fische und mögliche Algenentwicklung müssen regelmäßig beobachtet werden. Belüftung oder zusätzlicher Wasseraustausch kann dann entscheidend sein.
Im Herbst folgt bei vielen Anlagen das Abfischen. Wasser wird schrittweise abgesenkt, die Fische sammeln sich im tieferen Bereich und werden mit Zugnetz oder Keschern entnommen. Sortierung, Zwischenhälterung und Transport verlangen eingespielte Abläufe und geeignete Behälter.
Während des Winters kehrt äußerlich Ruhe ein, doch die Anlage bleibt unter Beobachtung. Eisdecke, Zulauf und Sauerstoffverhältnisse können weiterhin Maßnahmen erforderlich machen. Geräte werden gereinigt, Dämme freigeschnitten und Arbeiten für das nächste Frühjahr vorbereitet.
Eine Fischwirtschaft folgt damit keinem gleichmäßigen Tagesablauf. Ruhige Wochen wechseln mit kurzen, arbeitsreichen Zeitfenstern. Wetter, Wasser und Wachstum geben vor, wann Menschen an den Teichen gebraucht werden.
Familie, Helfer & gemeinsames Arbeiten am Wasser
Die soziale Seite einer Teichwirtschaft zeigt sich besonders beim Abfischen. Einige stehen im Wasser und führen das Netz, andere warten am Ufer mit Keschern und Behältern. Jemand notiert Mengen, kontrolliert die Sortierung und entscheidet, welche Fische in ein anderes Becken umgesetzt werden.
Familienmitglieder übernehmen häufig unterschiedliche Aufgaben. Einer kennt Zuläufe, Dämme und Technik, ein anderer kümmert sich um Futter, Bestellungen oder Kunden. Kinder beginnen mit kleinen Tätigkeiten: Sie bringen leere Kisten, beobachten Fische in der Hälterung und lernen, weshalb laute Bewegungen am Becken vermieden werden.
Freunde und Nachbarn helfen an einzelnen Arbeitstagen. Sie kommen in alten Jacken und hohen Stiefeln, tragen Netze zum nächsten Teich oder stehen bereit, wenn ein voller Behälter umgesetzt werden muss. Nach Abschluss der Arbeit wird nicht lange über eine inszenierte Idylle gesprochen. Zuerst werden Geräte abgespült, Bestände kontrolliert und die nächsten Schritte festgelegt.
Bei einer kleineren Angelanlage begegnen sich Eigentümer und Besucher auf andere Weise. Am Morgen werden Plätze kontrolliert, Abfälle eingesammelt und Regeln erklärt. Stammgäste kennen die Teiche, melden Auffälligkeiten und helfen gelegentlich, wenn ein Fisch sicher zurückgesetzt werden muss.
Auch mehrere Generationen können an einer Anlage zusammenarbeiten. Ein älterer Eigentümer kennt Quellen, frühere Wasserstände und die Stellen, an denen ein Damm immer wieder Aufmerksamkeit verlangt. Die nächste Generation ergänzt dieses Wissen durch neue Technik, Wasseranalysen oder veränderte Vermarktungswege.
Das Verbindende liegt dabei in einer gemeinsamen Verantwortung. Wasser kann nicht bis zum nächsten freien Wochenende unbeachtet bleiben. Wer sich die Aufgaben teilt, weiß, wer nach einem Gewitter den Zulauf kontrolliert und wer während einer heißen Nacht noch einmal an den Teich fährt.
Fischzucht, Angelgewässer & weitere Nutzungsmöglichkeiten
Eine klassische Teichwirtschaft erzeugt Fische für Verkauf, Besatz oder Weiterzucht. Dafür müssen Besatzplanung, Fütterung, Wachstum, Verluste und Absatz zusammenpassen. Die mögliche Menge wird nicht allein durch die Wasserfläche, sondern vor allem durch Wasserqualität und Tragfähigkeit des Systems bestimmt.
Ein Angelgewässer folgt einer anderen Nutzung. Fischbestand, Zugänglichkeit, Plätze, Parkmöglichkeiten, Sanitär und Betreuung der Besucher rücken stärker in den Vordergrund. Regelmäßiger Besatz kann notwendig sein, darf jedoch die Wasserqualität nicht überfordern.
Direktverkauf kann die Anlage ergänzen. Dafür werden geeignete Hälterung, Hygiene, Kühlung, Verarbeitung oder verlässliche Partner benötigt. Ein Schild am Straßenrand ersetzt keine lebensmittelrechtlich geeigneten Arbeitsabläufe.
Auch eine kleine gastronomische oder touristische Nutzung ist nur dort sinnvoll, wo Widmung, Zufahrt, Sanitär und Genehmigungen passen. Die Teiche sollten dabei nicht zur bloßen Kulisse werden. Fischbestand und Wasser bleiben empfindliche Grundlagen, die Ruhezeiten und klare Besucherwege benötigen.
Private Nutzung kann bei kleineren Anlagen im Vordergrund stehen. Eigene Fischhaltung, Naturbeobachtung und gemeinsames Angeln mit Familie oder Freunden schaffen einen unmittelbaren Bezug zum Grundstück. Auch dann bleiben Wasserrecht, Dammkontrolle und fachgerechter Umgang mit den Fischen bestehen.
Manche Anlagen verbinden mehrere Nutzungen. Ein Teil dient der Aufzucht, ein anderer dem Angeln, während kleinere Becken zur Hälterung genutzt werden. Eine solche Aufteilung funktioniert nur, wenn Wasserführung und Arbeitswege für alle Bereiche klar geregelt sind.
Kaufaspekte & Tipps
Vor dem Kauf sollte geklärt werden, woher das Wasser stammt und auf welcher rechtlichen Grundlage es genutzt wird. Quelle, Bach, Brunnen, Drainage oder Oberflächenwasser bieten sehr unterschiedliche Sicherheiten. Ein gefüllter Teich am Besichtigungstag beweist noch keine ausreichende Wasserversorgung in trockenen Sommern.
Wasserrechte, Entnahmemengen, Aufstauung und Ableitung sollten anhand vorhandener Bescheide geprüft werden. Auch ältere Anlagen können Genehmigungen besitzen, die nicht mehr zur heutigen Nutzung passen oder an bestimmte Pflichten gebunden sind.
Die Wasserqualität muss zur geplanten Fischart passen. Temperatur, Sauerstoff, pH-Wert, Nährstoffe und mögliche Einträge aus angrenzenden Flächen geben Hinweise auf die Tragfähigkeit. Eine fachkundige Untersuchung ist besonders wichtig, wenn die Teiche längere Zeit nicht bewirtschaftet wurden.
Dämme, Mönche, Rohre und Überläufe sollten baulich untersucht werden. Sanierungen im wasserführenden Bereich können deutlich aufwendiger sein als Arbeiten an einem gewöhnlichen Grundstück. Auch die Möglichkeit, einzelne Teiche vollständig abzulassen, gehört zur Prüfung.
Der vorhandene Fischbestand sollte nicht nur mengenmäßig, sondern auch hinsichtlich Art, Gesundheit und möglicher Krankheiten betrachtet werden. Herkunftsnachweise, frühere Verluste und veterinärrechtliche Unterlagen können bei einer laufenden Fischwirtschaft wichtig sein.
Bei Gebäuden und Hütten sind Widmung und genehmigte Nutzung zu klären. Ein Aufenthaltsraum am Teich ist nicht automatisch als Wohnhaus, Gastronomie oder Ferienunterkunft zugelassen. Gleiches gilt für Verarbeitung, Verkauf und Veranstaltungen.
Zufahrt und Stromversorgung beeinflussen den täglichen Ablauf. Futterlieferungen, Fischtransporte, Pumpen, Belüftung und Kühlung benötigen verlässliche Wege und Anschlüsse. Mobile Lösungen können ergänzen, ersetzen aber nicht in jeder Situation eine dauerhafte Infrastruktur.
Schutzgebiete, Gewässerrandbereiche und Lebensräume geschützter Tiere können die Pflege von Ufern und Dämmen beeinflussen. Vor Eingriffen in Schilf, Gehölze oder Wasserführung sollten bestehende Auflagen geprüft werden.
Auch Hochwasser und Fremdwasser gehören zur Beurteilung. Starkregen kann Sediment, Nährstoffe oder unerwünschte Fische in die Anlage eintragen. Überläufe müssen so ausgelegt sein, dass Dämme geschützt und Tiere nicht unkontrolliert in andere Gewässer gelangen.
Bei einer wirtschaftlichen Nutzung sollten frühere Erträge, Futterkosten, Besatz, Verluste, Absatzwege und Arbeitszeit nachvollziehbar sein. Eine große Wasserfläche allein ergibt noch keine tragfähige Fischwirtschaft.
Für wen geeignet und warum?
Teich & Fischwirtschaft im Burgenland passen zu Menschen, die Wasser aufmerksam beobachten und Verantwortung für einen lebenden Bestand übernehmen möchten. Sie erkennen Veränderungen an Farbe, Geruch, Wasserstand und Verhalten der Fische und handeln, bevor aus einer kleinen Auffälligkeit ein größerer Verlust entsteht.
Für erfahrene Fischwirte kann eine bestehende Anlage die Grundlage für Aufzucht, Speisefisch oder Besatzfische bilden. Entscheidend sind gesicherte Wasserführung, brauchbare Becken und eine Größe, die zur geplanten Erzeugung passt.
Landwirtschaftliche Familien können Teichwirtschaft als zusätzlichen Schwerpunkt führen. Arbeitsspitzen lassen sich teilweise mit anderen Jahresabläufen verbinden, verlangen während Hitzeperioden oder beim Abfischen jedoch verlässliche Zeit und genügend Helfer.
Menschen mit Interesse an einem Angelgewässer benötigen neben Fachwissen über Fische auch Freude am Umgang mit Besuchern. Plätze müssen gepflegt, Regeln vermittelt und Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Die Anlage bleibt Naturraum und darf durch Nutzung nicht dauerhaft überlastet werden.
Für Familien mit einer kleineren privaten Teichanlage entsteht ein Ort, an dem gemeinsam gearbeitet und beobachtet wird. Kinder erleben Laichzeit, Jungfische, Libellen und Wasservögel aus der Nähe. Sie lernen zugleich, dass Teichränder keine gewöhnlichen Spielflächen sind und Tiere Ruhe sowie fachgerechte Pflege brauchen.
Auch Käufer, die eine aufgegebene Anlage wiederbeleben möchten, finden im Südburgenland interessante Möglichkeiten. Dafür braucht es Geduld: Dämme werden freigeschnitten, Abläufe geöffnet, Wasserwerte geprüft und Becken oft schrittweise wieder in Nutzung genommen.
Gesucht wird am Ende kein Grundstück, auf dem Wasser zufällig stehen geblieben ist. Gesucht wird eine Anlage, deren Quellen, Dämme und Becken verstanden werden – und ein Ort, an dem Menschen gemeinsam dafür sorgen, dass Fische heranwachsen und das Wasser im Gleichgewicht bleibt.
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FAQ
Was gehört zu einer Teichwirtschaft?
Zu einer Teichwirtschaft können mehrere Aufzucht- und Abwachsteiche, Hälterbecken, Zuläufe, Abläufe, Mönche, Dämme, Futterlager und Arbeitsflächen gehören. Die genaue Ausstattung richtet sich nach Fischarten und Umfang der Nutzung.
Worin unterscheidet sich ein Fischteich von einer Fischwirtschaft?
Ein einzelner Fischteich kann privat oder als Angelgewässer genutzt werden. Eine Fischwirtschaft umfasst eine planmäßige Aufzucht, Haltung oder Vermarktung von Fischen und benötigt dafür eine geeignete Wasserführung und zusätzliche Arbeitsbereiche.
Kann eine ehemalige Teichanlage wieder genutzt werden?
Das hängt von Wasserrechten, Wassermenge, Dämmen, Ablaufbauwerken, Wasserqualität und Widmung ab. Vor einer Wiederaufnahme sollten Anlage und Fischgesundheit fachkundig geprüft werden.
Worauf sollte man beim Kauf besonders achten?
Wichtig sind gesicherte Wasserrechte, ganzjährige Wasserversorgung, Wasserqualität, Dammzustand, regulierbare Abläufe, Fischbestand, Zufahrt, Strom, Schutzauflagen und die genehmigte Nutzung von Gebäuden und Teichen.
Fazit
Teich & Fischwirtschaft im Burgenland verbinden Wasserflächen mit einer täglichen Aufgabe. Quellen, Zuläufe, Dämme und Becken müssen ebenso verstanden werden wie Fischarten, Wachstum und die Veränderungen im Jahreslauf.
Besonders zwischen Güssing, Oberwart und Jennersdorf liegen Anlagen, in denen Wasser aus kleinen Tälern und Quellen über mehrere Teiche geführt wird. Wer eine solche Fischwirtschaft übernimmt, kauft keinen stillen Hintergrund, sondern einen benutzten Ort, an dem kontrolliert, gefüttert, abgefischt und gemeinsam dafür gearbeitet wird, dass unter der Wasseroberfläche neues Leben heranwächst.
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